Im Juli war das Aostatal, die kleinste Provinz Italiens, unser Ziel für eine unvergessliche Mountainbike-Woche. Ausgangspunkt war die Stadt Aosta, die uns mit ihrem alpinen Charme und italienischem Flair sofort begeisterte.
Auftakt: Piatta de Gravon (2.752 m) Gleich am Ankunftstag ging es hoch hinaus: Der Aufstieg zur Piatta de Gravon war steil und anspruchsvoll. Die letzten 400 Höhenmeter waren nur schiebend zu bewältigen, doch oben angekommen, wurden wir mit einem grandiosen Ausblick belohnt.
Der Gratweg verlangte uns volle Konzentration ab, bevor wir auf fast unberührte Trails oberhalb der Baumgrenze abbiegen konnten. Flowige Kurven wechselten sich mit technischen Passagen über Steine und Wurzeln ab. Immer wieder lagen umgestürzte Bäume im Weg – ein sichtbares Erbe des schweren Schneesturms im April, durch den ganze Wälder im Tal beschädigt worden waren.
Nach den Touren belohnte uns die Altstadt von Aosta mit engen Gassen, historischen Mauern und das bekannte, gute italienische Essen machten jeden Abend zu einem Genuss.
Ein Klassiker: Passo Invergneux. Ein weiterer Höhepunkt war die Tour von Cogne zum Passo Invergneux. Der lange Aufstieg führte vorbei an Bächen und Wasserfällen, zunächst durch den Wald und dann weit über die Baumgrenze hinaus. Die letzten 300 Höhenmeter waren eine echte Schiebe- und Tragepassage. Auf 2.900 m begann die Abfahrt: Zunächst ging es flowig über weite Wiesen, dann zunehmend technisch über felsige Passagen zurück nach Cogne. Zurecht gilt dieser Trail als einer der besten der Alpen – ein Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
La Thuile Am letzten Tag waren wir im abwechslungsreichen Enduro-Gebiet von La Thuile unterwegs. Zum Abschluss wartete ein besonderes Abenteuer auf uns: die Downhill-Weltcupstrecke. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten im gesamten Weltcup. Hier wurde uns bewusst, welche Leistungen die Profis erbringen – gewaltige Sprünge und extreme Steilpassagen. Für uns war es weniger ein flüssiges Fahren als ein permanenter Balanceakt zwischen Wagen und Vernunft. Doch das Erlebnis, selbst auf dieser Strecke unterwegs zu sein, war absolut eindrucksvoll. Ein würdiger Abschluss unserer Woche.
Fazit: Es war eine Woche voller Abenteuer, Herausforderungen und unvergesslicher Momente. Das Aostatal ist für Mountainbiker ein Paradies, das noch immer den Charme eines Geheimtipps trägt.
Autor: Patrick Weber, Stephan Hennefarth
Fotos: Patrick Weber, Stephan Hennefarth