Via delle Bocchette – Brenta Durchquerung
Der Klettersteigklassiker hielt was er versprach… eine beindruckende Tour… ein Muss für alle Ferratistis!
Ort: Madonna di Campiglio (Mietbus, Anfahrt ca. 7-8 h)
Teilnehmer: Fridolin, Arina, Brigitte, Karl-Heinz, Klaus, Alexander, Steffen, Jörg (Stähle), Jörg (Tanne)
Wann: Mi. 10. – So. 14. September
Kurzsteckbrief / Infos:
Hütten: (Hüttenbuchung kompliziert)
1. Tag: Rifugio Stoppani https://www.stoppanidolomiteslodge.it
2. Tag: Rif. Alimonta https://www.rifugioalimonta.it
3. Tag: Rif. Agostini https://www.rifugioagostini.com
4. Tag: Rif. Casinei https://rifugiocasinei.com
Bergbahn Groste (Gondel) 20€/Person einfach.
Starkes Team, drei Generationen verstanden sich prächtig… vor allem auf der Casinai 😜, überwältigendes Wolkenspiel in einer sensationellen Landschaft… wirklich genial intensiv!
Die Wirtin auf der Casinai ist eine begnadete Entertainerin, auch das Essen und die Räumlichkeiten…top! 👍
Alimonta, wenn möglich meiden, teuer und mäßig gut (Service, Essen, Schlafen).
Wer noch nicht in der Brenta war… unbedingt besuchen!
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Tanneberger, Steffen Rühle, Klaus Bogner, Alexander Uhlig, Fridolin Schill, Arina Braun, Jörg Stähle, Karl-Heinz Raible, Brigitte Pöder
Silvretta
Tour der Sektionshelfer 17. bis 21. August 2025
Als DANKE an alle ehrenamtlichen Helfer um die Pforzheimer Hütte sowie bei allen sonstigen Veranstaltungen und Aktivitäten unserer Sektion bot die Gruppe Bergsteigen mit unserem stellvertretendem Vorsitzenden und Wanderleiter Bruno Kohl sowie Fachübungsleiter Bergsteigen Christoph Senger wieder eine mehrtägige Bergfahrt in die Silvretta mit Standort Jamtalhütte (2165 m) an. Für alle Teilnehmenden sind dabei keine Teilnahmegebühren angefallen und es waren nur die eigenen individuellen Kosten sowie die Fahrtkosten zu tragen.
Insgesamt war die Ausfahrt für 12 Teilnehmer mit leichten schnee- und eisfreien Touren vorgesehen. Es fanden sich aber „nur“ sechs Interessenten, wovon leider noch einer kurzfristig absagen musste. So nahmen mit FÜL Christoph Senger noch Bernhard Zelinka, Sven Hämmerle, Dieter Hartung, Michael Becker und Martin Fretz an der Ausfahrt teil.
Leider kündigte der Wetterbericht nach einer längeren Schönwetterperiode ab dem dritten Tourentag schlechtes Wetter an. Dwer Prognose zum Trotz machte sich die Gruppe am Sonntag, 17.8.25 auf dem Weg nach Galtür zur Jamtalhütte im Jamtal. Auf dem kostenfreien Parkplatz bei der Mentaalm waren wir froh, beide Autos auf die noch letzten drei freien Parkplätze abstellen zu können.
An der Jamtalhütte galt es vor der Zimmerbelegung erstmal die Schlafsäcke in der Mikrowelle zu desinfizieren, um keine Kopfläuse einzuschleppen. In einem 2-Bettzimmer und einem Vierbettzimmer mit Waschbecken waren wir auf der modernisierten und voll belegten „Jam“ bestens untergebracht.
Der erste Tourentag versprach noch schönes Wetter. So ging es gleich auf eine anspruchsvollere Eingehtour über viel Schutt zum Kronenjoch. Der Weg über den Grenzeckkopf (3048 m) zum Futschölpass war eine schöne Gratwanderung mit guter Aussicht. Über den Finanzerstein ging es dann zurück zur Jamtalhütte.
Auch der nächste Tag versprach noch sicheres Wetter und so wurde der Pfannenknecht (2818 m) über den Normalweg angegangen. Der Gipfelaufbau war aber als Klettersteig ausgewiesen, weshalb wir am Pfannenjoch umkehrten, denn wir hatten keine Klettersteigausrüstung dabei.
Spasshaft stellten wir dann fest, dass die größte Herausforderung das schmackhafte und sehr, sehr reichliche Abendessen jeden Tag bedeutete. Nachschlag ?? Keine Frage, wir kämpften uns mit Löffel, Messer und Gabel durch das reichliche Essensangebot, unterstützt durch „Zillertaler Bier“.
Am Mittwoch kippte das Wetter. Es regnete schon nachts sehr stark und wir warteten auf angedeutete Wetterbesserung ab 12.00 h. Im Regen stiegen wir zum 2694 m hohen Russkopf auf. Auch dieser Weg führte sehr viel über Schutt und Blockgelände. Nachmittags gab es sogar eine kurze Regenpause.
In Absprache mit dem Hüttenwirt entschieden wir uns abzubrechen und einen Tag früher nach Hause zu fahren.
Der Regen begleitete uns auch auf dem gesamten Weg bis Galtür und auch während der Rückfahrt. Ohne Blessuren und zufrieden kamen wir dann zu Hause an.
Autor: Christoph Senger
Fotos: Christoph Senger
Piz Palü Bergschwärmer auf Tour. Welcome to Diavolezza.
Wann: 25. – 27. Juli
Ort: Pontresina
Wer: Alice , Jens, Oli, Rudi, Jürgen, Klaus, Ute, Michaela, Diana, Brigitte, Steffen, Jörg
Warum: So halt 😀
Mit 12 Personen auf die Diavolezza zu gehen ist schon lustig. Beim Aufstieg trennten wir uns, die „faule“ Fraktion fuhr mit der Bahn, ab 2 Tage Berghaus kostenfrei, die Anderen schweißtreibend über schöne Pfade zum Laj da Diavolezza und weiter zur Bergstation. Die einen erkundeten dann noch die Möglichkeiten über die Isla Pers zur Bovalhütte zu kommen, die anderen genossen den grandiosen Ausblick bei einem schönen Kaffee. Nach einem feinen Abendessen gings husch, husch auf die zwei 6er Zimmer.
Sieben, in dem Fall Nachtschwärmer machten sich dann um 3 Uhr auf den Weg Richtung Palü. Warum so früh? Wetterbericht war vakant und die erfahrensten Hochtourengeher sind wir ja auch noch nicht. Fraktion Zwei startete etwas später zu viert, Ziel war der Klettersteig am Piz Trovat. Die Palütruppe kam einigermaßen gut voran und war, für sieben Leute, doch erstaunlich flott unterwegs. Bereits um 8 Uhr waren wir am Pizzo Palù Orientale und eine weitere halbe Stunde später am Pizzo Palù Centrale. Auf dem Rückweg machte Rudi die Pace, was nicht immer bei allen gut ankam 😀 danke auch an Steffen, der uns als Nichtbergschwärmer super unterstützt hat!
Auch bei den Ferratistis gings nach anfänglichen Unentschlossenheiten, gut voran. Souverän wurden die Schwierigkeiten im Grad B/C gemeistert und die mega traumhafte Kulisse genossen.
Eine halbe Stunde versetzt trafen die Palüler um 11.30 Uhr wieder auf dem Berghaus ein. Der geeignete Ort die unzähligen Eindrücke zu teilen, war die sonnenbeflutete Terrasse der Diavolezza. Bei Aperol Spritz, Bier und Cappuccino gabs natürlich viel zu erzählen. Als der Tag sich neigte gabs dann wieder ein leckeres Abendmenü.
Am nächsten Morgen ließen wir es chillig angehen, ein ausgiebiges Frühstück mit Blick auf den Festsaal der Alpen stärkte uns für den Tag. Abfahrt mit der Gondel, dann noch einen „gemütlichen“ Spaziergang um den See in St. Moritz und schon war der langersehnte Tripp schon wieder vorbei, gefühlt wie eine Woche Urlaub 😀
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Tanneberger, Alice Krause, Rudi Wolff, Diana Wolff, Ute Bohlmann, Klaus Schindel, Brigitte Pöder
DAV-Jugend auf der Pforzheimer Hütte
Am Freitag, den 25.07.25 begann unsere Ausfahrt zur Pforzheimer Hütte im schönen Sellrain.
Nach etwa fünf Stunden Anreise starteten wir – begleitet von Regen und Nebel – den Aufstieg zur Hütte. Trotz des trüben Wetters ließen wir uns die Stimmung nicht verderben und verbrachten den Abend mit Spielen und guten Gesprächen in der gemütlichen Stube.
Am nächsten Morgen stand unsere Gipfeltour zum Zwieselsbacher Rosskogel auf dem Programm. Leider war das Wetter immer noch nicht auf unserer Seite, sodass wir auf etwa 3000 Metern sogar von Schnee überrascht wurden. Da es einigen zu kalt wurde, beschloss die Gruppe, sich aufzuteilen. Die einen stiegen unbeirrt weiter bis zum Gipfel auf, während der Rest sich auf den Rückweg zur Hütte machte. Nachdem sich alle aufgewärmt hatten, genossen wir köstlichen Kaiserschmarren und ließen den Tag entspannt ausklingen.
Am Sonntag wurden wir positiv von der Sonne überrascht. Um das gute Wetter zu nutzen, hängten wir an unseren Abstieg eine kleine Tour an, die uns an zwei Seen vorbeiführte. Diese hat sich mehr als gelohnt, da wir mit einer herrlichen Aussicht beglückt wurden.
Trotz der Wetterverhältnisse haben wir das Beste aus dem Wochenende gemacht. Besonders schön war es, sich untereinander besser kennenzulernen und auszutauschen – gerade, weil wir aus unterschiedlichen Gruppen zusammenkamen.
Gemeinsam hatten wir eine Menge Spaß und eine rundum gelungene Zeit in den Bergen.
Autor: Florian Fix
Fotos: Florian Fix
Klettersteig-Ausfahrt nach Todtnau
Die Klettersteiggruppe hat sich nach längerer Zeit wieder zu einer Klettersteig-Ausfahrt zusammengefunden. Es ging nach Todtnau, wo es einen kleinen aber schönen Klettersteig mit Schwierigkeiten von A/B bis D zur Auswahl gibt. Neben dem Klettersteigset waren auch viele Seile und Karabiner im Gepäck, um die zahlreichen Kletter-Routen am „Schwimmbadfelsen“ auszuprobieren.
Sonntagfrüh fuhren wir zu neunt los und hingen drei Stunden später bereits im Stahlseil. Da ein paar von uns noch keine wesentliche Erfahrung mit Klettersteigen hatte, starteten wir gemeinsam mit einer einfachen B/C-Route zum Warmwerden und um die wichtigen Handgriffe mit dem Klettersteigset zu üben. Nach ein paar übermütigen Turnübungen mit Foto-Shooting auf der Seilbrücke wagten wir uns an die schwere D-Route, die von allen super gemeistert wurde. Diejenigen, denen die Mittagspause zu langweilig war, gingen gleich noch zweimal durch den Klettersteig durch.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Fels-Klettern – ebenfalls für manche ein Novum. Die Beschreibung der Routen ist leider schwer zu durchschauen, wir fanden aber letztlich eine schöne Stelle mit Routen von 3 bis 8, sodass für jede*n etwas dabei war.
Vom „Black Forrest“ ging es über „Bella Italia“ mit Pizza gestärkt wieder nach Hause.
Wir wollen uns an dieser Stelle nochmals für Franks langjähriges Engagement für die Klettersteiggruppe bedanken. Wir freuen uns, weiter mit dir klettern zu dürfen. Und ein herzliches Willkommen an Manuela, unsere neue Gruppenleitung.
Wir freuen uns auf viele weitere Touren mit dir!
Autor: Jonas Schansker
Fotos: Jonas Schansker
L`Albaron
Kein Scheitern, sondern ein Hinweis auf einen neuen Weg.
Ausfahrt zum L‘Albaron 3637 m in der Vanoise
Ort: Bonneval-sur-Arc, Vanoise, Frankreich
Teilnehmer: Karl-Heinz, Klaus, Thomas, Alex, Martin, Steffen, Jörg (Stähle), Jörg (Tanne)
Wann: Do. 10. – So. 13 Juli
1. Tag:
8-stündige Anreise, wunderschöner Hüttenaufstieg, vorbei an schroffen steilen Schluchten mit rauschenden Wasserfällen und vielen glasklaren Felstümpeln.
2. Tag:
Nach Frühstück, so karg wie die Landschaft gings Richtung Lac du Grand Méan. Die Pointe Francesetti 3.433 m in Sichtweite suchten wir vor dem Massiv einen möglichen Weg über Gletscher, Couloir und Grate. Kurze Pause, Steigeisen an und los gings. Atemberaubende Überquerung des in den See ragenden blanken Eisriesen, steile Schneerinne in besten Trittfirn und weiter über den flacheren Gletscher bis zum Col de la Disgrâce. Sammeln, Trinken und an einer kleinen Schneewand steil gehen üben. Weiter über Felsgrat bis zum Gipfel. Gute Laune, lecker Vesper, beste Aussicht auf die umliegenden Alpenriesen Mont Blanc und Dentblanc, Matterhorn und Co. Auf Rückweg lösten sich Jörgs Bergschuhe quasi auf, zuerst die Untersohle, dann die Mittelsohle. Selbst Kleber, Riemen und Kabelbinder mussten hier die Segel streichen.
3. Tag:
So konnte Jörg Stähle gemütlich ausschlafen. Auch Karl-Heinz sah sich der Strapazen nicht gewachsen. Der Rest frühstückte um 3.30 Uhr und um 4.30 Uhr starteten wir ebenen Wegs, durch das ehemalige Gletscherbecken, Richtung L‘Albaron. Es dauerte nicht lange und früher als erwartet kam die erste Hürde. Wo man in den letzten Jahren noch durch eine steile Schneefeldrinne zum ersten Gletscherplateau gelangte, mussten wir über eine Schuttmoräne gehen. Nicht ganz ohne, die Steigeisen gaben uns den nötigen Halt. Weiter gings über die Glacier des Évettes zum nächsten Steilanstieg, wo leider schon im Juli das Blankeis zum Vorschein kam. Schon vor der von uns ausgemachten Schlüsselstelle hatten wir zwei schwierige Passagen zu überwinden. Egal… zwei Fixseilstrecken und aufi gehts. Ausstieg wieder brisant, Querung einer Spaltenzone (siehe Bild oben). So langsam schwinden die Kräfte, die Zeit und der Glaube an den Gipfelerfolg. Was tun? Kompromiss, wir laufen bis 11 Uhr und kehren dann um. Um kurz vor 11 Uhr standen wir dann vor der von uns als fast unüberwindbar eingeschätzen Schlüsselstelle, mit der Erkenntnis… das hätte klappen können. Es war ein sehr steiler +45 Grad firnbedeckter Gletscheraufschwung. Tja, immer diese Konjunktive. Also… Rückzug, diesmal der Versuch über die orthografisch rechte Flanke. Das bedeutet steil über Gletscherbruch hinüber und dann abwärts. Wieder sehr steil das diesesmal sogar drei Fixseilpisten, gesichert mit T-Anker und Eisschrauben, zum Einsatz kamen. Etwas früher als erwartet aber gesund kamen wir an der Hütte an. Das 10€ teure Bier konnten sich auch die Schwaben unter uns nicht verwehren 😉
4. Tag:
Abstieg diesmal über den Col des Évettes bis zum Gemeinschaftsbussle. Kurze Einkehr im malerischen Bonneval. Kleiner Einkauf auf Bauernmarkt und ab nach Pforze. Erkenntnis: Ein nicht erreichtes Ziel ist kein Scheitern, sondern ein Hinweis auf einen neuen Weg.
Fazit:
Früher vermeintlich einfache Alpengipfel werden immer schwerer bis garnicht mehr zu besteigen oder bleiben den Waghalsigen vorbehalten. Daraus entstehen neue Herausforderungen und ein neues Gefahrenmanagement. Der rasante Gletscherrückgang ist unaufhaltsam, nutzen wir die uns noch kurzfristig gebotenen Möglichkeiten des Hochtourengehens.
Nächstes Jahr… nächste Touren 😉
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Tanneberger, Jörg Stähle, Martin Braun, Steffen Rühle, Thomas Schwarz
Dem Himmel so nah…Pasta or Soup?
Bergschwärmer auf Grand Paradiso
„Pasta or Soup?“ – wurde uns allabendlich diese Frage gestellt, wussten wir: Jetzt gibt’s endlich Abendessen. Doch fangen wir von vorne an.
Startpunkt unserer viertägigen Bergschwärmer-Tour war Pont, idyllisch im Aostatal gelegen. Es ist immer wieder schön, in die Berge zurückzukehren und die atemberaubende Natur zu genießen. Also machten wir uns am Donnerstag, den 19.06.25, auf den Weg zum Rifugio Vittorio Emanuele II. Grüne Wiesen, sprudelnde Bäche und eine Vielfalt an Blumen säumten den gut angelegten Pfad. Oben angekommen gönnten wir uns eine kurze Pause, bevor ein Teil der Gruppe loszog, um den Aufstieg auf den Gran Paradiso für den kommenden Tag zu erkunden. Der Rest bezog die Zimmer – sehr eng, aber gemütlich – und testete den Cappuccino – sehr lecker.
Nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt und sorgfältigem Wetter-Check beschlossen wir, den Gipfel gleich am nächsten Tag und ohne Akklimationstag anzugehen. Also saßen wir pünktlich beim Abendessen – Pasta or Soup? – stärkten uns ordentlich und legten uns früh schlafen. Der Wecker riss uns um 3:30 Uhr aus den Betten. Nach einem typisch italienischen Hüttenfrühstück starteten wir gegen 4:30 Uhr mit Stirnlampen in Richtung Gipfel.
In stetem Tempo ging es bergauf, begleitet vom zunehmenden Tageslicht. Nach einer kleinen Kraxelei erreichten wir schließlich gegen 10:30 Uhr die markante Madonnenstatue des Gran Paradiso auf 4.061 m. Der Blick war spektakulär – eine wohlverdiente Belohnung für das frühe Aufstehen und den eher eintönigen Aufstieg. Zurück auf der Hütte genossen wir kalte Getränke und planten den weiteren Verlauf. Einige gönnten sich ein Nachmittagsschläfchen, während andere die Zeit mit Spielen verbrachten.
Am Samstag schliefen wir aus und widmeten den Vormittag einer Trainingseinheit auf Eis und Schnee. Besonders der Jüngste unserer Gruppe hatte sichtlich Freude daran, sich immer wieder in unsere fiktive Gletscherspalte zu stürzen, um sich anschließend retten zu lassen. Neben Spaß, den wir alle hatten, haben wir aber auch sehr viel gelernt und vorhandenes Wissen wiederaufgefrischt.
Am Nachmittag wanderten wir bei herrlichem Wetter über einen aussichtsreichen Panoramaweg zum Rifugio Chabod. Auch dort: top Cappuccino, leckerer Kuchen, frischer Salat – und nach der Rückkehr auf unserer Hütte, natürlich wieder die Frage am Abend: Pasta or Soup?
Am nächsten Morgen stiegen wir früh nach Pont ab, um dem Ferienverkehr etwas zuvorzukommen. Auf dem Rückweg begegneten wir sogar den für die Region so typischen Steinböcken – ein perfekter Abschluss für einen gelungenen Ausflug ins Hochgebirge.
Autor: Diana Wolff
Fotos: Rudi Wolff, Diana Wolff, Jörg Tanneberger
Grundkurs Bergsteigen Hochtouren
Auch der zweite Grundkurs Bergsteigen/Hochtouren wurde gerne angenommen, bei dem Anfänger, Wiedereinsteiger und Hochtoureninteressierte zumindest die Grundwerkzeuge des Bergsteigens erlernen und ausprobieren konnten.
Am Samstag den 7. Juni fanden sich 7 Wissensdurstige zusammen, um solche Themen wie Seilschaftsverhalten, Mannschaftszug, Gehen mit Steigeisen, Gehen am Geländerseil, Lose Rolle, Selbstrettung oder einfach auch Materialfragen zu besprechen. Kurzfristig fiel Markus Bauer krankheitsbedingt aus, dafür sprang unser neuer Trainer C Martin Braun ein (Danke Dir Martin!).
Die Zeit war ziemlich knapp um all diese Skills zu behandeln und auch in der Praxis umzusetzen. Am Ende waren die meisten Teilnehmer ziemlich platt, aber begeistert. Wetterbedingt lockte uns das Feierabendbierchen dieses Jahr nicht und die gemeinsame Abschlußrunde fand kurz auf dem Parkplatz im Würmtal statt.
Das Interesse am Bergsteigen/Hochtouren gehen ist weiterhin sehr hoch, auch bei jüngeren Menschen. Die damit verbundene Gefahr kann mit guter Absicherung minimiert werden.
Dazu wollen wir beitragen…
bis kommendes Jahr!!!
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Tanneberger, Martin Braun
Klettersteiggruppe unter neuer Führung
Am 06. Juni 2025 hat Frank Stähle nach über 15 Jahren die Leitung der Klettersteiggruppe in jüngere Hände übergeben. Die „förmliche“ Schlüsselübergabe erfolgte im Rahmen des Übungsabends der Klettersteiggruppe (Bild).
Künftig wird die Gruppe von Manuela Thiel geleitet. Manuela ist bisher schon in der Klettersteiggruppe sehr engagiert und absolut interessiert bezüglich Aus- und Weiterbildung. Natürlich liegt ihr auch alles rund um Klettersteige sehr am Herzen.
Von daher für den bisherigen Leiter die richtige Person für die verantwortungsvolle Aufgabe.
Frank hat die Gruppe über 15 Jahre geleitet und kann auf eine unfallfreie Zeit in all den Jahren zurückblicken. Sein Dank gilt Manuela, dass sie die Gruppe übernimmt und auch allen Gruppenmitgliedern, die stets mit sehr viel Engagement und Spaß beim Klettern sind.
Natürlich bleibt auch Frank der Gruppe treu und wird nach Möglichkeit weiterhin an den Übungsabenden teilnehmen. Von daher geht es in der Klettersteiggruppe mit neuem Schwung weiter. … Manuela: „Dir alles Gute“ und ein Gruß an alle „Ferratistis“.
Autor: Frank Stähle, Manuela Thiel
Fotos: Jörg Tanneberger
Murmeltiere, Fledermäuse, Marshmallows
Vom 17.05. auf den 18.05. fand in diesem Jahr die erste gemeinsame Hallenübernachtung der Minis und Maxis statt. 18 kletterbegeisterte Kids und ein Abend voller Spiele, Spaß und lautem Gelächter! Nach einem Quiz über den DAV, unsere Sektion im Speziellen und unsere gängigen Klettertechniken folgten Spiele zu verschiedenen Alpentieren: Steinböcke und Murmeltiere leben in Familienverbänden, Alpendohlen sind erst über 1000 m heimisch und Schneehasen sind gar nicht komplett weiß! Anschließend haben wir zusammen gekocht, im Freien zu Abend gegessen und weiter gequatscht, bis schließlich die Dämmerung eingesetzt hat.
Und dann ging es auch schon in getrennten Gruppen in den Wald. Eine Gruppe zum Spuren legen, die Andere zum Spuren lesen – und umgekehrt. Dabei haben wir nicht nur festgestellt, dass die Zecken-Saison inzwischen offiziell eröffnet ist, sondern auch wie laut der Wald sein kann, wenn alles still ist. Blätter rascheln, Äste knacken, die Vögel zwitschern ihre letzten Lieder und werden schließlich von Fledermäusen abgelöst… und wir mittendrin.
Zurück an der Kletterhalle durfte ein kleines Lagerfeuer im Dunklen natürlich nicht fehlen – und wie es sich gehört, gab es natürlich auch Stockbrot und Marshmallows dazu! Der nächste Morgen startete mit einem gemeinsamen Frühstück und Klettern, bevor die Hallenübernachtung auch schon wieder vorbei war.
Unser Fazit: auf der Bouldermatte schläft es sich hervorragend, gruppenübergreifende Aktionen gerne wieder und Marshmallows schmecken viel besser, als man sie in Erinnerung hat!
Autor: Leonie Schmid
Fotos: Leonie Schmid
24-Stunden-Wanderung
Am 10./11. Mai fand bereits zum 11. Mal unsere 24-Stunden-Wanderung statt. Bei bestem Wanderwetter machten sich 200 Teilnehmer auf, die ca. 75 km lange Strecke zu bezwingen. Das sagten unsere Teilnehmer zur Tour: Angelika: “Ich finde es super, dass hier so viele verschiedene Leute unterschiedlichen Alters mitlaufen. Das gibt immer total spannende Gespräche.”
Angelika: “Ich finde es super, dass hier so viele verschiedene Leute unterschiedlichen Alters mitlaufen. Das gibt immer total spannende Gespräche.”
Petra: “Ich bin jetzt zum 11. Mal bei der 24-Stunden-Wanderung dabei und es ist einfach toll. Ein unglaubliches Erlebnis in der Nacht. Immer wieder gerne – ganz tolle Organisation.”
Elke: “Für mich ist die 24-Stunden- Wanderung ein kleines Abenteuer in meinem Alltag. Und ich mach die Tour besonders gerne, weil sie grandios organisiert ist. Wir sind rundum versorgt. Menschen sind für uns da, Tag und Nacht. Es ist einfach wunderbar mitzulaufen.”
Olga: “Ich bin heute das zweite Mal bei der 24-Stunden-wWanderung dabei. Letztes Jahr war ich das erste Mal und war restlos begeistert von der Organisation, von der guten Verpflegung, von den freundlichen Menschen von denen mir auch jeder freundlich entgegengekom- men ist. Es hat mir so Spaß gemacht, dass ich A durchgehalten habe und B dieses Jahr mitgegangen bin. Und ich habe nochmal zwei zusätzliche Freundinnen aktiviert mit mir mitzugehen. Und es gefällt uns immer noch sehr gut, wir sind fit und haben Freude dabei.”
Christoph: “Ich bin das erste Mal heute dabei. Ich habe den Flyer bei Intersport Schrey auf dem Tresen liegen sehen und dachte mir es wäre eine gute Idee. Und jetzt ist vier Uhr morgens und ich bin noch fit und ich glaube, dass ich es schaffen kann heute.“
Oliver: “Ich bin zum dritten Mal dabei, Wiederholungstäter. Es ist super organisiert und wir haben sehr viel Spaß.”
Autor: Martin Hämmerle
Fotos: Martin Hämmerle
Vogesen Alpinkletterkurs an der Martinswand
A: Andrea Kern / M: Manuela Thiel / S: Stefan Bürkle V: Volker Becker
Warum habt ihr euch für den Kurs angemeldet?
A: Ich hatte vor ca. 10 Jahren schon mal einen Alpinkurs bei uns in der Sektion belegt, mich danach jedoch nur noch auf Sportklettern fokussiert und mich bezüglich Mehrseillängen dann sehr unsicher gefühlt. Ich wollte, mein leider nie verinnerlichtes Wissen, auffrischen.
V: Mir ging es darum das alpine Umfeld mit erfahrener Begleitung kennenzulernen. Zusätzlich wollte ich noch das notwendige Grundwissen vertiefen und Vertrauen erwerben.
Wie haben euch die Klettergebiete in den Vogesen gefallen?
V: Sehr gut und durch die recht gute Absicherung auch für Alpinanfänger geeignet.
M: Wunderbar, Frankreich ist ein wunderschönes, facettenreiches Kletterland.
A: Als Alpin- bzw. Mehrseillängen-Anfänger, sind die Gebiete zwar teilweise ausgesetzt, aber in Bezug auf die Alpen noch gut überschaubar.
S: Die Landschaft, Zu- und Abstiege, Wegfindung in den Touren und Alpines Klettern in Kaminen, Rissen und Verschneidungen, haben wenig mit Sportklettern zu tun. Also optimal um sich auf größere Touren in den Alpen und die dortigen Anforderungen vorzubereiten.
Wie war die Unterkunft?
A: Hütte, Schlafbereich und Lage super. Bei der Verpflegung ist noch Luft nach oben.
V: Wir konnten von der Hütte gemütlich zu Fuß zur Martinswand gehen und es war die zu dem Kurs genau passende Unterkunft .
M: Die Unterkunft lag perfekt, Zimmer und sanitäre Einrichtung war sauber, das Essen für sportive Menschleins mit speziellen Essgewohnheiten eher herausfordernd
War es richtig, die Lehrinhalte auf die eine Methode zu beschränken, oder hätten euch alle Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen interessiert?
A: Es war richtig zu beschränken. Es wurde die gängigste Methode „Reihenschaltung mit weichem Auge“ vermittelt. Weitere Methoden hätten den Rahmen gesprengt und für Verwirrung gesorgt. Es stand uns jedoch jederzeit offen, Fragen zu anderen Methoden zu stellen und diese wurde auch beantwortet.
M: Ich empfand es als ausreichend „Input“, da die Umsetzung durch häufige Durchführung erst routiniert wird.
V: …in Anbetracht der begrenzten Zeit war es gut passend, auch wenn ich am liebsten alles wissen würde, da mir nicht nur das Klettern, sondern auch das drumrum, mit Seiltechnik und Sicherungsmethoden Spaß macht. Ihr hattet ja schon Vorkenntnisse.
Werdet ihr die neu gelernten Anwendungen, z.B. die „Schweizer Methode“ beim Abseilen übernehmen, oder wollt ihr eher das alt Bekannte anwenden?
M: Ich werde genau das erlernte aus dem Kurs weiterführen und in Form von Routine vertiefen
A: Bei der Schweizer Methode überwiegen die Vorteile und deshalb werde ich das auch anwenden.
V: Ich werde mir je nach Situation das passende aussuchen. Das gilt auch für die Sicherung am Standplatz. HMS Sicherung scheint ja etwas altmodisch, aber mir wurde in dem Kurs klar, dass die Körpersicherung am Standplatz, diverse Nachteile hat. Seien es Quergänge, das an die Wand gezogen werden, oder auch komplett fehlende Bremswirkung, wenn der Vorsteiger noch vor dem ersten Haken stürzt. Zudem ist man es kaum gewohnt mit Tube ohne Blockierfunktion zu sichern, da man ja mit Doppelseil klettert.
S: Ich musste für den Kurs meine alten Gewohnheiten über Bord werfen und bin tatsächlich auch überzeugt, von den vielen Vorteilen der „Schweizer Methode“, wenn man mehrfach abseilt.
Wart ihr überrascht, dass alpines Klettern andere Anforderungen hat als das Sportklettern. Ich meine z.B. die Wegfindung, die Absicherung, oder auch die Höhe der Wand?
V: Das war mir schon vorher klar… der Unterschied ist riesig.
M: Überrascht nicht, eher kognitiv gefordert.
A: Nein, da dies ja mein zweiter Kurs war.
Hat es dich eher abgeschreckt oder hat dir der Kurs Mut gemacht auch mal alleine eine Mehrseillängentour zu machen?
M: Klettern in all seinen Facetten ist der geilste Sport überhaupt, klar mache ich weiter und baue meine Fähigkeiten aus.
A: Mich hat tatsächlich der heftige Seilzug im Vorstieg ein wenig erschreckt, den man von reinen Sportkletterrouten eher weniger kennt. Aber ja, ich könnte mir vorstellen mit einem/einer PartnerIn meines Vertrauens eine Mehrseillängentour zu machen.
V: Ich werde zusammen mit meinem Kletterpartner das Erfahrene anwenden. Mit der notwendigen Vorsicht und Vorbereitung.
Glaubst ihr man könnte sich auch einen Youtube Clip ansehen, oder macht es für euch Sinn, einen Kurs beim DAV zu belegen?
M: Nein. niemals. Das wichtigste sind die Handlungsabläufe, dies bedeutet Wissen in Fähigkeiten auszubauen. Dies geschieht meines Erachtens nur, über die durch Fachpersonen begleitete Praxis. Deshalb haben für mich solche Kurse eine immense Wichtigkeit!!!!
A: Ein Video kann keinen Kurs ersetzen. Dieses kann einem in der Praxis schlecht auf die Finger schauen und korrigieren. Ich fand es jedoch super, dass Stefan uns vor Kursbeginn, mit fachlich sehr guten YouTube-Clips versorgt hat und wir uns vorab schon informieren konnten. Das war sehr hilfreich.
V: Ein Video kann nie so real sein…der Kurs ist unbedingt notwendig.
S: Natürlich gibt es viele verschiedene Methoden, die nicht unbedingt falsch sind, oder die früher Standard waren. Allerdings ist die ganze Sicherungsmethodik ein Prozeß und es ändert sich immer mal wieder etwas. Bei der Suche nach den richtigen Videos sind mir einige Kuriositäten begegnet, aber auch wirklich gute Tipps. Zu unterscheiden ist dann wohl die Problematik und in einem Kurs übernehmen das die Fachübungsleiter des DAV.
Wenn man das Gefühl verinnerlicht hat, alles richtig zu machen, macht unser Sport noch mehr Spaß.
Autor: Stefan Bürkle
Fotos: Stefan Bürkle
Voller Erfolg! Erlebnisklettertag……für Menschen mit und ohne Behinderung.
Erstmals gab es auf Initiative des zweiten Vorsitzenden Bruno Kohl und der Inklusionsbeauftragten der Stadt und des Enzkreises einen Klettertag auf dem Gelände des Ausbildungszentrums und in der Kletterhalle mit der Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung. Der Tag entwickelte sich als Anziehungspunkt für Klein und Groß. Viele Familien fanden mit ihren Kindern den Weg zur Wilferdinger Höhe. So hatten die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer alle Hände voll zu tun, um den Ansturm zu bewältigen.
Es zeigte sich dabei, ob behindert und nicht behindert, alle waren von der Aktion begeistert, zu der auch die Inklusionsbeauftragten von Stadt und Enzkreis Mohamed Zakzak und Anne Marie Rouviere-Petruzzi einluden. Dazu fanden sich Landrat Bastian Rosenau und Bürgermeister Frank Fillbrunn ein. Alle waren über den Ansturm von Besuchern erfreut. Bruno Kohl reagierte bei der Aktion auf das Bedürfnis, dass auch Menschen mit Behinderung Sport treiben wollen und dabei auch sehr ehrgeizig sein können. Viele Besucher machten dabei die erste Erfahrung an den Kletterwänden unter der kundigen Führung der Fachübungsleiter der Sektion. Belagert war auch immer die Hüpfburg und auch das Binden der mit Gas gefüllten Luftballons erlebte einen Daueransturm. Die Ballons gaben ein buntes Bild ab und mancher schwebte dabei in den blauen Himmel.
Von der Resonanz waren alle Beteiligten begeistert. Ob Gehörlose, Behinderte der Lebenshilfe oder der Schule am Winterrain in Ispringen war es ein frohes Treiben von Besuchern, die sich oft erstmals auf dem Gelände der Sektion Pforzheim bewegten. Schon lange gibt es unter Bruno Kohl das Klettern behinderter Menschen in der Kletterhalle und für ihn ist durch eigene Erfahrung und Arbeit mit Behinderten Inklusion kein Fremdwort. Anstoß zu diesem Ereignis gab der Inklusionstag im vergangenen Jahr auf dem Marktplatz in den sich auch die Sektion Pforzheim eingebunden hatte.
Zusammen mit der Stadt hat Bruno Kohl auch eine Übersichtskarte herausgebracht, die geeignete Wanderwege im Schwarzwald und in den Alpen für Behinderte aufzeigen. Die Meinung vieler Besucher war, dass es solche Begegnungen öfter geben sollte. Ob Bergsteigen, Klettern oder gemeinsam Wandern mit anderen ist auch bei Behinderten beliebt zeigte die Begegnung. Bei dem Erlebnistag wollte man gezielt Menschen mit Behinderung und ihre Familien ansprechen und sie dazu ermutigen, dass Berg – und Klettersport auch mit einer Behinderung möglich ist.
Das Gelände rings um das Ausbildungszentrum und die Kletterhallen bewiesen, dass das Bedürfnis für solche Veranstaltungen vorhanden ist. Daher hat sich auch der große Einsatz der Helferinnen und Helfer gelohnt und Bruno Kohl plant bereits im nächsten Jahr auch den Stadtjugendring einzubinden.
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin, Jörg Tanneberger
JDAV-Osterfahrt nach Fontainebleau
Bouldern, Gemeinschaft und französisches Flair
Über die Osterfeiertage reiste der jdav in das traditionsreiche Bouldergebiet Fontainebleau. Früh am Donnerstagmorgen startete die Gruppe in Richtung Frankreich und erreichte am Mittag voller Vorfreude den ersten Sektor. Schon dort zeigte sich das typische „Bleau-Gefühl“: feiner Sandstein, spannende Boulderprobleme und ein traumhaftes Waldambiente.
Bei bestem Frühlingswetter wurde am Freitag intensiv gebouldert, getüftelt, ausprobiert und gegenseitig angefeuert. Auch wenn die Finger langsam an Haut verloren, wuchs dafür der Zusammenhalt in der Gruppe. Am Samstag wechselten sich Sonne und kurze Regenschauer ab – doch die Stimmung blieb bestens, und die Gruppe ließ sich den Spaß nicht nehmen.
Der Sonntag bot eine schöne Abwechslung: Neben einem Marktbesuch und einem kleinen Abstecher zum Schloss von Fontainebleau stand auch etwas Entspannung und französisches Lebensgefühl auf dem Programm – inklusive Croissants und gutem Essen. Am Nachmittag zog es uns dann doch wieder an den Fels, auch wenn ein Regenguss den Klettertag etwas früher beendete.
Zum Abschluss der Fahrt wurde am Montag noch gemeinsam Pizza gegessen, bevor die Rückreise angetreten wurde. Die Tage in Fontainebleau waren ein gelungener Mix aus Sport, Natur, Kultur und Gemeinschaft. Es wurde viel gelacht, gebouldert, gegessen und einfach die gemeinsame Zeit genossen. Ein Abenteuer, das noch lange in Erinnerung bleibt – und die Vorfreude auf das nächste ist schon jetzt groß!
Autor: Luisa Rapp
Fotos: Luisa Rapp
Mehrseillängen Kurs Battert 12.+13.April 2025
Bei strahlendem Sonnenschein beginnen wir unseren Kurs am Fuß der ,“Drei Halten“. Zuerst üben wir das Legen der „mobile Sicherungen“ und den „Standplatzbau“ in Bodennähe. Danach beginnen wir zu klettern.
Die Teilnehmer wärmen sich im Nachstieg auf und lernen so bereits die Tour kennen. Anschließend steigt Diana die „graue Wand“ 3+ Sektor: Fermeda vor, baut Stand und sichert Rudi nach.
Vom Stand aus üben wir den „Schweizer“ und seilen damit ab. Die 2.te Seillänge ist gleich der „nur Mut Johann“ des Battert, doch Rudi hat seinen Spaß dabei, wie die Fotos beweisen. 😉
Zuletzt klettern wir noch die „Bismarkverschneidung“ 3 in zwei Seillängen um das Legen der mobilen Sicherungen und den Standplatzbau erneut zu üben. Am 2.ten Tag ist es morgens windig und es tröpfelt leicht. Deshalb beginnen wir mit dem „alpinen Abseilen“ durch die Falkenwand. Gegen Mittag wird das Wetter besser und wir klettern noch zwei schöne Seillängen.
Den Abschluss unseres Kurses bildet ein gemeinsames Gipfelerlebnis.
Das Fazit des Kurses: Passt alles! 😉
Autor: Alexander Jenner
Fotos: Alexander Jenner, Diana und Rudi Wolff
Klettertechnik-Kurs für Anfänger
Ende März fand erstmalig ein Klettertechnik-Kurs für Anfänger mit den beiden Kursleiterinnen Ariane und Carina statt. Dieser Kurs richtete sich hauptsächlich an Kletteranfänger, die das Sichern im Toprope schon beherrschen und nun ihre Klettertechnik verbessern wollen, um effizienter die Wand hoch zu kommen. Aber auch fortgeschrittene Kletterer, die weiter an ihren Technik-Basics feilen wollen, sind bei diesem Kursformat willkommen.
So fanden sich Samstagmorgens im Walter-Witzenmann-Haus eine handvoll Kletterinnen und Kletterer ein, die voller Motivation in den Kurstag starteten. Alle Teilnehmer haben im Vorjahr einen Anfänger-Kletterkurs zum Erlernen der Sicherungstechniken gemacht und wollen nun ein paar Kniffe lernen, die es erlauben mit weniger Krafteinsatz das Top zu erreichen und einen effizienten Kletterstil zu entwickeln.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, einem Materialcheck und Klärung des organisatorischen Ablaufs, wärmten wir uns auf und gingen direkt an die Kletterwand mit eingehängten Topropeseilen. Im ersten Schritt lernten wir, die Arme beim Klettern lang zu machen und die Griffe mit nur so viel Kraft zu halten, wie tatsächlich notwendig ist. Im nächsten Schritt ging es darum mit den Beinen in möglichst vielen kleinen Schritten die Wand hochzusteigen, um große, kraftfressende Züge zu vermeiden. All diese Kniffe helfen, um Kraft einzusparen und einen effizienteren Kletterstil zu entwickeln.
Nachdem am Vormittag die Arme schon viel Arbeit leisten mussten, waren nach der Mittagspause erstmal die Füße gefragt. Mit kleinen Glöckchen an den Füßen, die keine Geräusche machen durften, lernten wir, wie die Füße präzise gesetzt werden. Mit Balanceübungen auf unterschiedlichen Klettergriffen auf dem Boden und der Außentreppe näherten wir uns dann dem Thema Hüftverschiebung, was auch hilft, Kraft in den Armen einzusparen.
Anschließend durften die Teilnehmer das Gelernte wieder an der Kletterwand zusammenführen. Zur großen Freude der beiden Trainerinnen zeigten die Teilnehmer dabei schon sehr schöne Kletterzüge und es war eine deutliche Verbesserung des Kletterstils sichtbar. Das zeigt, das schon mit kleinen Kniffen sehr viel erreicht werden kann.
Zu guter Letzt durften die Teilnehmer kreativ sein und einen Kletterzug auf unterschiedliche Weise klettern. So konnten sie weitere mögliche Kletterbewegungen in ihr Repertoire aufnehmen.
Insgesamt blicken wir auf einen erfolgreichen Kurstag zurück mit zufriedenen Teilnehmern und Trainerinnen. Eine Fortsetzung des Kursformats ist definitiv erwünscht!
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin
Mit Wanderstiefel und Friedenstab
Mit Wanderstiefel und Friedenstab legten Basken aus Gernika und Pforzheimer vor 20 Jahren den Weg zwischen den beiden Städten zu Fuß zurück. Es war ein Abenteuer, das vor 20 Jahren Basken aus Gernika und Pforzheimer bei einem Friedensmarsch zwischen Februar und April auf 2200 Kilometern Weg zu Fuß zurücklegten.
Am 23. Februar, dem Jahrestag der Zerstörung Pforzheims begann die Wanderung auf der uralten Route des Jakobsweges, die am 26. April dem Jahrestag der Zerstörung Gernikas endete. Verbindungsmann und Organisator war der Historiker Michael Kasper, der mit seiner Familie im Baskenland lebte. Bei einem Treffen mit dem damaligen Bürgermeister Gert Hager und mit der zuständigen Städtebeauftragten Karin Kälber ging es zunächst auf die Suche nach Wanderern. Letztlich blieben bei diesen Bemühungen nur noch die Hochschule mit Studenten und Professoren und die Sektion Pforzheim vom Alpenverein übrig. Im Vorfeld spendeten Firmen und die Pforzheimer Zeitungen für die zehn Wochen der Tour jeweils 2000 Euro. Eine Friedensbotschaft von der Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, verpackt in einem Staffelstab, trugen die Friedenspilger nicht nur nach Gernika sondern auch nach Gurs zum Gedenken, dass allein hier im Lager viele Menschen ihr Leben lassen mussten. Bei der Wanderung durch Schnee und Eis, bei Nebel und Regen durch den Schwarzwald und das Elsass waren es im Winter oft keine guten Wetterbedingungen. Die Gruppe bestand in der Regel immer aus zwei bis drei Pforzheimern und eine entsprechende Zahl Wanderern aus Gernika. Die zwei Basken Fernando Artetxte und Luisi Etxebarria, der sich als Musiker, Sänger und Liebling entpuppte, hatten die gesamte Strecke zurückgelegt. Dabei blieben natürlich Blasen und kleinere Verletzungen nicht aus. Vor allem Fernando hatte dabei auch stets ein gutes Tempo vorgelegt, das nicht alle mithalten konnten.
Bei heftigem Schneetreiben machten Bruno, Sybille und Rolf sich auf den Weg nach Besancon um von dort unter dem kundigen Wanderführer Bruno nach Cluny zu wandern. Der längste Tagesmarsch mit knapp 50 Kilometern führte dabei durch Schnee und Eis, quer durch Waldgebiete, deren Wasserläufe oft den Weg versperrten sowie durch Morast, Felder und Wiesen. Oft stellte sich dann die Frage: Warum müssen wir uns das antun? Die Antwort gab die Benediktinerin Bernadette im Kloster Notre Dame bei unserer Übernachtung in Tournus, die uns sagte: „Wir beten für den Frieden und ihr wandert für den Frieden. Gemeinsam tun wir so ein wichtiges Werk. In einfachen Gite-Etapes, vergleichbar mit nichtbewirtschafteten kleinen Jugendherbergen, war am Abend abwechselnd Kochen angesagt. Tagsüber versorgten uns die Fahrer des Wohnmobils als Begleitfahrzeug, mit den Studenten Matthias aus Freiburg und Imanol aus Gernika mit Getränken und einer kleinen Stärkung. Nach dem Wintereinbruch hatten wir aber gutes Wetter im Gepäck. Während am Anfang der Tour noch Handschuhe, Mütze und Winterjacken erforderlich waren wärmte uns immer mehr die Sonne. An einer Stelle mussten wir einen Bauer nach dem Weg fragen. Dieser sagte: „Hier ist das Ende der Welt und es gibt keinen Weg, der weiterführt“. Über seinen Misthaufen und eine Müllhalde sowie einer Bachüberquerung mit Stacheldrahtzaun gab es dann ein Weiterkommen.
Um 6 Uhr war jeden Tag wecken angesagt. Der Wandertag begann in der Regel nach dem Frühstück um 7.30 Uhr. In Germain du Plain wartete schon ein Reporter vor dem kleinen Städtchen auf uns. Ein Empfang erfolgte in dem 3000 Einwohner zählenden Städtchens in der Bibliothek mit dem Bürgermeister. Die Übernachtung in einer kleinen Turnhalle auf Matten. Zum Frühstück am nächsten Morgen war der Bürgermeister wieder zur Stelle und verabschiedete uns. Ab dem Ort ging es wieder auf dem markierten Jakobsweg nach Cluny. Am Palmsonntag erlebten wir dann noch einen Gottesdienst bei der Brüdergemeinschaft in Taize mit dem Gründer Frere Roger.
Die letzten Etappen führten dann von San Sebastian nach Gernika. Hier kamen dann auch viele Wanderer aus Gernika dazu, die oft mit dem Bus anreisten. Teilweise war dann auch eine Übernachtung in einer Pellotihalle nach dem Übungsbetrieb angesagt. Beeindruckend war die letzte Etappe mit Bürgermeister Gert Hager und dem Verleger Albert Kiefer Esslinger sowie eine Gruppe von rund 120 Mitwanderern. Der Einzug in Gernika mit Feuerwerk und den Spalieren von Kindergarten – und Schulkindern war überwältigend und der Platz vor dem Rathaus dicht gefüllt von Menschen. 13 Tage vor dem Eintreffen der Wanderer in Gernika erreichte diese die traurige Nachricht, dass der Organisator dieser sicher einmaligen Wanderung an Krebs gestorben ist. So konnten die Friedenswanderer nur noch bei einem Gottesdienst, den der Bischof von Bilbao in der Kathedrale Sancta Maria hielt, seiner gedenken.
Zum Zehnjährigen machte sich dann eine kleine Gruppe von San Sebastian aus vom Alpenverein und Alpinisten aus Gernika nochmals auf den Weg, die von Bürgermeister Jose Maria Gorrono und Rolf Constantin vor der Bildtafel „Krieg und Frieden“ von Pablo Picasso empfangen wurde.
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin
20 Jahre Tour der Partnerstädte Gernika – Pforzheim – Vicenza
Seit 2006 gehen Bergsteiger der Sektion Pforzheim, des Goi-Zale Mendi Taldea Gernika und des C.A.I. Sezione di Vicenza gemeinsam auf Bergfahrt. Ziel der diesjährigen Tour der Partnerstädte war die Pforzheimer Hütte im Sellrain. Nach langer Hitzeperiode startete die Unternehmung bei durchwachsenem Wetter. Am Freitag den 11.02.2025 trafen 14 Basken am Flughafen Stuttgart ein, die wir mit zwei Kleinbussen und einem geländegängigen Pick-Up abholten. Gemeinsam fuhren wir zügig nach Schwangau, wo wir vor Küchenschluss der Schlossbrauerei ankommen mussten. Ein deftiges Essen (Bretzel mit Griebenschmalz und Obatzter als Vorspeise und Leberkäs mit Spiegelei oder Knödel mit Pilzen als vegetarisches Angebot) schmeckte allen. Die Jugendherberge Füssen bot uns die beste Übernachtungsmöglichkeit.
Am nächsten Tag starteten wir nach St. Sigmund; eine Fahrt mit Hindernissen. Den Fernpass konnten wir noch zügig passieren; die Straße nach Kühtai war jedoch für die vierte Etappe der Tour of Austria gesperrt. Nach einiger Überzeugungsarbeit durften wir als Anlieger passieren. Mit Verspätung trafen wir am Parkplatz in St. Sigmund auf 13 Freunde aus Vicenza. Das Gepäck konnte mit dem Pick-Up zur Seilbahn transportiert werden. Die Gruppe machte sich bei angenehmem Wetter zu Fuß auf den Weg zur Hütte. Leider dämpfte die Wetterprognose die euphorische Wiedersehensfreude. Für Sonntag war ab Mittag Regen angesagt. So brachen wir früh gemeinsam zum Samerschlag auf. Trotzdem erwischte der einsetzende Regen einen Teil der Gruppe, der noch den Anstieg zum Gleirscher Jöchl gewagt hatte. Da wir bereits vor 13:00 Uhr wieder zurück waren, konnten wir die Vorzüge der Hütte genießen. Als es gegen 14:00 Uhr wieder aufklarte, machte sich eine größere Gruppe noch für zwei Stunden auf die Seen-Runde. Schwierig war nach einem schmackhaften und reichlichen Abendessen die Tourenplanung für den nächsten Tag. Die Wetterprognose war noch schlechter. Trotz einer ab 10:00 Uhr angesagten Regenfront machten wir uns am Montag auf zur Haidenspitze. Starker Regen und Wind veranlasste alle Teilnehmer auf 2740 m Höhe zur Umkehr. Alle erreichten etwas durchnässt aber ohne Blessuren bis 12:00 Uhr die Hütte. Die Wetterprognose bewahrheitete sich. Es setzte kräftiger Regen ein. Bruno nutzte den Nachmittag, um einigen interessierten Teilnehmern die Technik der Hütte zu erklären.
Am Dienstag ging es bei Nieselregen in zwei Gruppen über das Satteljoch zur Lampsenspitze. Vom Gipfel bot sich ein Blick nach Innsbruck und auf die umliegenden Stubaier Berge. Der Regen hatte den steilen Weg vom Joch nach unten rutschig gemacht, so dass beim Abstieg erhöhte Vorsicht geboten war. Die Gruppe A bog noch zu den Seen ab, die anderen nahmen den direkten Weg zur Hütte, wo eine Überraschung wartete. Durch einen Defekt an der Filteranlage floss das Trinkwasser nur noch als kleines Rinnsal. Duschen und Toiletten konnten nicht genutzt werden. Bruno arbeitete mit Unterstützung an der Lokalisierung des Problems. Der Fehler konnte jedoch an diesem Tag nicht mehr behoben werden. Zum Glück stand das Trocken-WC des Winterraums zur Verfügung. Auch am nächsten Morgen musste Waschen und Zähneputzen am Brunnen erfolgen. Pompea wurde beim Frühstück mit einem Geburtstagsständchen empfangen. Die Wettervorhersage für den Mittwoch zeigte wieder Niederschläge an. Dennoch machten sich die Meisten zum Zwieselbacher Rosskogel auf. Leichter Nieselregen und heftiger Wind waren ständige Begleiter. Trotz der widrigen Umstände erreichten alle den Gipfel. Starker, kalter Wind blies uns um die Ohren und veranlasste uns rasch zum Rückweg. Der steile und rutschige Weg durch das Walfeskar forderte äußerste Vorsicht. Alle kamen verletzungsfrei an der Hütte an, wo Bruno jeden mit einer Duschmarke empfing. Das defekte Ventil der Wasserversorgung war durch einen Fachmann ersetzt worden, der am Vormittag auf die Hütte gekommen war. Das Wasser lief wieder. Dieses Ereignis verdeutlichte uns, wie wichtig eine funktionierende Wasserversorgung ist.
Der letzte gemeinsame Abend sollte gebührend gefeiert werden. Die Basken packten ihre Liederhefte aus und erfreuten uns mit ihrem Gesang. Leider war das Mitsingen auf Baskisch nur schwer möglich. Nora verwandelte daraufhin den Raum in eine Diskothek, indem sie zwei Leuchtmittel gegen rotierende Farblampen austauschte und Musik über einen Bluetooth-Lautsprecher abspielte. Es wurde bis spät in die Nacht gesungen und getanzt.
Am Donnerstag zeigten sich die Bergspitzen morgens in Weiß. An der Hütte war die Temperatur auf 7°C gesunken. Das Wetter klarte auf. Leider war für uns der Abstieg ins Tal vorgesehen. Beim Frühstück gratulierten wir Susanne, die an diesem Tag Geburtstag hatte. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor der Hütte wurden die Rucksäcke in die Seilbahn geladen. Im Alpengasthof Ruez in St. Sigmund gab es noch einen gemeinsamen Abschluss, bevor die italienischen Freunde sich verabschiedeten. Mit den Freunden aus Gernika fuhren wir noch nach Kirchheim auf die Burg Teck, wo wir noch eine Nacht im Wanderheim des Schwäbischen Albvereins unterkamen. Nach dem Abendessen öffnete der Wirt für uns noch einmal den Turm, so dass wir den Ausblick von oben noch lange genießen konnten.
Am Freitag fuhren wir nach dem Frühstück zum Flughafen Stuttgart, wo wir uns von unseren baskischen Freunden
verabschiedeten.
Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!
Autor: Christoph Senger, Bernhard Zelinka
Fotos: Bernhard Zelinka
Schneeschuhtouren im Naturjuwel rund um die Kemater Alm
Wir starteten wie immer am P+R Parkplatz in Heimsheim, dieses Jahr allerdings bereits um 6.15 Uhr, mit dem Ziel Kemater Alm.
Die Kemater Alm liegt auf 1670m Seehöhe im Tiroler Sendertal bei Grinzens, unweit von Innsbruck. Unsere 2 Fahrer, Klaus und Rainer, brachten uns souverän zum Startpunkt unserer Wanderung.
Von hier aus ging es zuerst mal mit gepacktem Rucksack und Schneeschuhen in der Hand los. Doch nach einigen Metern konnten wir unsere Schneeschuhe anziehen und über den verschneiten, teils vereisten Senderweg (dieser wird auch als Rodelbahn genutzt) entlang dem Senderbach zur Kemater Alm aufsteigen. Immer wieder mussten wir stehenbleiben um zu genießen, was die Natur im Winter Traumhaftes zu bieten hat. Das musste natürlich mit Foto und Handy festgehalten werden.
An der Kemater Alm angekommen, gab es eine kleine Stärkung, bevor wir zur „Nachmittagstour“ aufbrachen. Diese führte uns zunächst auf einem gut begehbaren Weg, den wir jedoch nach einiger Zeit verließen, um in stark ansteigenden Serpentinen Richtung Papstkreuz aufzusteigen. Im steilen Gelände mit lockerem Tiefschnee fanden unsere Schneeschuhe nur schwer Halt, so dass wir oft bis zu den Knien im Schnee versanken, was sehr kräftezehrend war. So kam es, dass bald die erste Gruppe den Rückweg zur Alm antrat. Wenig später gaben dann aber auch die „Hochmotivierten“ der 2. Gruppe auf.
Zurück auf der Alm bezogen wir unser 10er Lager und genossen anschließend ein Vier-Gänge-Menü. Das frühe Aufstehen und der Kampf mit dem Schnee forderten schon rasch Tribut, so dass nach einer kurzen geselligen Runde auch schon Bettruhe angesagt war.
Für den Samstag stand die Ganztags-Gipfeltour auf dem Programm. Nach einem üppigen Frühstück mit vorzüglichem Kaffee ging es auch schon los. Den „LVS-Checker“ Frank musste jeder passieren und bei noch bewölktem Himmel zogen wir guter Laune Richtung Schaflegerkogel (2400m). Am verschneiten und vereisten Senderbach vorbei ging es immer tiefer rein ins Sendertal. Nach der Durchquerung des Baches (nur Schneeschuhwäsche, keine Fußwäsche!), ging es dann bei strahlendem Sonnenschein in vielen steilen Kehren zum Schaflegerkogel hinauf. Oben angekommen hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Kalkkögel, auch die Dolomiten Nordtirols genannt. Bei herrlichster Aussicht und angenehmer Temperatur genossen wir unser Rucksackvesper, bevor wir, abweichend vom ursprünglichen Plan, den gleichen Weg zurückgingen und die Kemater Alm ohne Blessuren nach ca. 7 Stunden wieder erreichten. Am Abend wurden wir wieder vom Hüttenteam kulinarisch aufs Beste verwöhnt. Bei „Zirbenspritzer“ und Würfelspiel fand der Tag einen gemütlichen Ausklang.
Der Sonntag begrüßte uns mit zunehmendem Schneefall und schlechter Sicht. Also war Nässe- / Schneeschutz angesagt. Bei dichtem Schneetreiben spurten wir uns den Weg durch herrlichen Neuschnee nach oben zur Adolf-Pichler-Hütte (1977m). Das letzte steile Stück war nochmals eine stake Herausforderung, die wir dank der guten Führung von Frank mit Bravour meisterten.
Zurück an der Kemater Alm hieß es nach einer leckeren Stärkung Abschied nehmen vom Hüttenwirt Michl (ehemaliger Hüttenwirt der Potsdamer Hütte/ Nachbarhütte der Pforzheimer Hütte), der viele Grüße an die Sektion ausrichten lässt) und seinem tollen Team.
Vielen Dank lieber Frank für die Vorbereitung und die Organisation der Touren. Es hat sich bewährt, Kontakte nach Österreich zu pflegen, die einen mit (Geheim-) Tipps versorgen.
Ich freue mich sehr, dass ich dieses mal wieder dabei sein konnte und wir alle wieder unverletzt nach Hause gekommen sind.
Autor: Elke Türksch
Fotos: Frank Stähle, Astrid Utz
3 Tage – 3 Gipfel – 3300 Hm. Skitouren Lechtaler Alpen, Namlos
10.01. – 12.01.2025
Wir trafen uns am Freitag früh auf dem P+R in Heimsheim, um gemeinsam in die Lechtaler Alpen aufzubrechen. Für jeden von uns war es die erste Skitour im Jahr. Wir, das waren Axel, Jo, Manuel, Ralf, Matthias und Heike mit unsrem Guide Alex nebst Aspirant Martin und Helfer Steffen. Erstes Ziel waren die Tannheimer Berge und dort das Wertacher Hörnle (1695m).
Auf dem Parkplatz in Obergschwend entspannt angekommen, liefen wir nach dem obligatorischen LVS Check auf überraschend guter Schneeauflage los. Das Wetter entwickelte sich im Laufe des Aufstiegs trotz schlechter Vorhersage und die Sonne kam heraus. Am Gipfel erwartete uns ein herrlicher Blick auf die umliegenden Gipfel und die das Voralpenland. Nach der ersten Teil-Abfahrt, der Tag war noch jung, beschlossen wir, noch einmal aufzusteigen, um im Pulverschnee erneutes Abfahrtsvergnügen zu finden. Zwischendurch gab es von Alex eine Lehreinheit in der Deutung des aktuellen Schneeprofils. Danach stärkten wir uns in der urigen Buchelalpe und fuhren das letzte Stück ins Tal.
Am Ende des ersten erfolgreichen Tages bezogen wir im Namloser Tal unsere Zimmer und stärkten uns für den nächsten Tag. Bevor dann jeder ins Bett fiel, wurde der nächste Tag geplant. Ziel war der Tschachaun (2334m).
Nach einem verwöhnenden Frühstück stiegen wir direkt von Namlos aus auf die Ski. In der Nacht fiel das Thermometer bis auf -15°C, so dass wir alle warm eingepackt losliefen. Alex nutzte immer wieder die eine oder andere kurze Pause, um uns auf mögliche allgemeine Gefahren im aktuellen Gelände hinzuweisen und erklärte diese. Der Weg führte uns langsam ansteigend am Namlosbach das Tal hinauf. Es wurde nicht wirklich wärmer. Aber die Hoffnung, die wärmende Sonne zu erleben, wurde dann am Gipfelhang erfüllt. Herrlich! Vorher trafen wir noch einen alten Bekannten aus Pforzheim, der mit seinem Begleiter schon auf der Abfahrt war.
Nach einer Gipfelrast ging es dann wieder ins Tal, teils im Powder, teils vorsichtig zwischen Bäumen durchrutschend. Störend waren nur die vielen Bachüberquerungen. Glücklich kamen wir wieder in Namlos an und hatten noch Zeit für eine kurze Ruhepause. Wir freuten uns schon auf die am Vortag zum Abendessen bestellten Rippchen. Die worn a Traum! Mit vollem Bauch setzten wir uns zur Tourenplanung für den nächsten Tag zusammen. Was wollen wir? Gipfel, Pulverschnee, Sonne, es sollte auf dem Weg Richtung Heimat liegen und nicht allzu lang sein. Wir wurden von Alex wiederholt ermahnt, als Grundvoraussetzung den Lawinenlagebericht und die Wettervorhersage zu studieren. Die Wahl fiel schließlich auf die Hintere Steinkarspitze (2215m).
Am Sonntagmorgen fuhren wir ins nahe gelegene Kelmen und stiegen südseitig auf. Aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodass trotz ideal exponiertem Weg den ganzen Tag die Wolken ins Tag zogen. Die Sonne der letzten Tage hatte dem Schnee teilweise arg zugesetzt, so dass der Aufstieg in den Waldpassagen mühselig wurde und im oberen Bereich kämpften wir dann mit zerfahrenem Pulverschnee. Am Gipfelhang konnte mal wieder an den Spitzkehren gefeilt werden. Alle erreichten glücklich den Gipfel. Die Abfahrt ging besser als erwartet und wir kamen trotz Schneeberührungen wieder gut im Tal an.
Vielen Dank unserem Guide und seinem Beraterteam für die super Touren! Es war ein erfolgreiches und erfülltes Wochenende mit einer tollen Truppe.
Autor: Heike Tews
Fotos: Axel Martens, Heike Tews
Abenteuer Wochenende Klettersteigparadies Montafon
Mein „Abenteuer-Wochenende“ im Klettersteigparadies Montafon mit dem DAV Pforzheim. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön für die großartige Aufnahme in der „Ausfahrt“-Gruppe liebe(r) Frank, Astrid, Reiner, Christian und Janette.
Am frühen Freitagmorgen starten wir in Heimsheim in Richtung Montafon. Nach einem kurzen „Kennenlernen“ in der Tagesdämmerung geht es los, unsere erstes Ziel St. Anton im Montafon, genauer gesagt der Klettersteig „Wasserfall St. Anton im Montafon (C/D)“.
Gegen 10 Uhr sind wir an unserem ersten Etappenziel angekommen. Nun heißt es rein in den Bergschuh, Ausrüstung im Rucksack verstaut und los geht’s – wir folgen dem kurzen Wanderweg durch das Dorf zum Einstieg direkt am Wasserfall, dann führt uns der Steig direkt neben dem Wasserfall empor; auf einen flachen Teil. Entlang der Kante folgt eine leicht überhängende Wand, dann folgen zwei Seilbrücken, die uns ein ganz besonders Gefühl und einen spektakulären Blick auf das tobende Wasser ermöglichen. Im Anschluß noch ein kurzes, steiles Stück hinauf und wir stehen im Wald. Nach einer kurzen Rast geht es in steilen Kurven wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das Wetter ist herrlich und wir haben noch viel Zeit bis zum Abendessen – deshalb auf zum nächsten Klettersteig.
Unser zweites Etappenziel ist der Klettersteigpark „Burgruine Valkastiel“. Oberhalb der Gemeinde Vandans auf rund 1.000 Metern über dem Meer finden wir den leicht versteckten Klettersteigpark nach einer guten Stunde Anstieg in einer exponierten Lage mit fünf Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Gerade auf „Betriebstemperatur“ entscheiden wir uns für den kurzen, aber knackigen „Pfeiler Wand Klettersteig (D)“ mit mehreren Schlüsselstellen an Überhängen, steilen Kanten und Platten. Oben angekommen müssen wir uns erst etwas orientieren, die Beschilderung ist etwas dürftig – dann aber finden wir den Abstieg der uns über den Schloßwand-Schluchtweg, vorbei an der sogenannten Burgruine Valkastiel, wieder nach unten führt. Unser erster Klettersteigtag neigt sich seinem sportlichen Ende – mir persönlich reicht es auch, da ich seit 3 Uhr morgens auf den Beinen bin. Jetzt geschwind die Pension beziehen, sich wieder salonfähig machen und dann geht es schon zum Abendessen. Für den einen oder die andere auch eine sportliche Herausforderung bei der Größe der Portionen. Ein gelungener Tagesabschluss.
Frisch gestärkt starten wir am Samstagmorgen zu unserer Königsetappe – dem „Klostertaler Klettersteig am Fallbach“, beschrieben mit: Sehr langer, ausgesetzter Klettersteig mit hohen Anforderungen an Kraft und Kondition, der mit traumhaften Tiefblicken punktet. Nach einem ca. 20-minütigen Zustieg stehen wir vor dieser imposanten Fallbachwand die sich mit über 1.000 Klettermetern, vielen C/D Stellen ohne viel Eisen in die Höhe erstreckt. Der Steig hält, was er verspricht. Wir steigen knapp 4 Stunden mit zwei kleinen Pausen durch diese schöne und anspruchsvolle Wand, immer in Sichtweite des Wasserfalls, der mit einer 60 Grad Neigung ins Tal stürzt. Nach einem kurz steilen, dann plattigen Einstieg folgt eine steile Wand bis wir über steil gestuftes Gelände einen Platz mit einer Bank erreichen. Danach folgt ein Teil mit Graspassagen nochmal zum Verschnaufen, bevor wir einer plattigen Passage folgen, die uns immer steiler werden zu einem kleinen Überhang leitet. Nach dem kleinen Überhang immer steil und fordernd höher bis auf das Band vor der dunklen Schlusswand. Die Steile Wand mit wenig Eisen führt uns hinauf zum Steilen und teils erdigen Ausstieg. Wir haben es geschafft! Eine großartige, aber auch anstrengende Tour liegt hinter uns.
Nach einer Rast geht es auch hier wieder einen steilen Weg zurück zum Ausgangspunkt. Den anschließenden Café-Besuch haben wir uns mehr als verdient. Abends testen wir noch mal unseren Gasthof vom Vortag, diesmal wählen wir fast alle die kleinere Variante von der Speisekarte.
Und schon ist unser letzter Tag und Abreisetag angebrochen. Nach einem guten Frühstück (die Brötchenauswahl ist der Hammer) verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin und fahren zu unseren letzten Etappenzielen, den beiden nebeneinanderliegenden Schluchtensteigen „Röbischlucht“ und „Rongg“. Wir parken in Gargellen und Schnüren zum letzten Mal für dieses Wochenende unseren Bergschuh. Nach einem kurzen Zustieg führt uns der Klettersteig entlang des Röbibachs hinein in eine eindrucksvolle Welt aus Wasser und Fels. Dabei queren wir in der engen Schlucht auch einige Male das Bachbett.
Mit seinem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad eignet sich der Klettersteig ideal für eine Abschlussetappe. Über die Alpwiesen erreichen wir nach dem Ausstieg die Jausenstation bei der Ronggalpe, die wir für unsere Schlussrast nach unserem zweiten Steig, dem Rongg geplant haben. Deshalb geht es erst wieder ein Stück runter ins Tal, um dann in unseren letzten Steig für dieses Wochenende einzusteigen. Der Einstig beginnt mit einer Seilbrücke, dann führt uns der kurze Klettersteig, der durch seine Ausgesetztheit und Steilheit nicht zu unterschätzen ist, tief hinein in die Schlucht, direkt am Wasserfall entlang. Vor der Ausstiegsstufe werden wir noch einmal mit einer luftigen Querung konfrontiert, die uns auf einen Waldweg führt, der uns zurück zur Ronggalpe bringt. Unser letztes Etappenziel vor unserer Heimreise ist erreicht.
Gestärkt durch unsere Schlussrast brechen wir auf, gerade rechtzeitig, bevor plötzlich von allen Seiten Wanderer die Rongalpe erreichen. Zurück an den Autos heißt es nun tatsächlich Abschied nehmen vom wunderschönen Montafon mit all seinen schönen, anspruchsvollen Klettersteigen.
Ein großartiges, herausforderndes Wochenende liegt hinter uns. Das Wetter hat sich nochmals von seiner besten Seite gezeigt, so dass wir die Zeit richtig genießen konnten.
Vielen Dank lieber Frank für Deine hervorragende Auswahl an Klettersteigen und Deine souveräne Art uns durch die Steige zu führen. Es war ein großartiges Erlebnis und „Abenteuer“ – ich freue mich auf weitere Klettersteigtouren, die ich mit Euch gehen darf.
Autor: Stephanie Barnewald
Fotos: Frank Stähle
Nepal Trekking Tour. Langtang-Tal und zum heiligen Gosaikunda-See
Mit Abflug in Frankfurt am 21. Oktober 2024 sind wir sechs erwartungsfrohe Bergwander*innen über die Indische Hauptstadt Delhi nach Kathmandu zu unserer Trekkingtour in`s Langtang Tal und zum heiligen Gosaikundsee gestartet.
Wir, das sind: Gabi, Carmen, Jürgen, Michael, Karl-Heinz und der Schreiber dieser Zeilen. Nach zwei Tagen Sightseeing in Kathmandu mit Besichtigung des Tempelkomplex Pashuptinat und Kumari-Bahal starteten wir unsere Trekking – Tour mit einer 6 stündigen Fahrt nach Syabru Besi und weiter nach Ling Ling. Am 2. Trekkingtag übernachteten wir neben dem Kinderheim „Mother Home“ von Nepal – Aid Straubenhardt in Khangjim.
Dort durften wir auch das Kinderheim besichtigen. Die mehrtägige Trekkingtour mit unseren beiden Guides Nanda und Achyud sowie 3 Trägern führte uns über Sherpagaun bzw. Lama Hotel in`s Langtang-Tal bis zum Talende nach Kyanjing Gompa auf 3.700 Meter. Diese Ortschaft wurde beim verheerenden Erdbeben 2015 bis auf ein Haus komplett zerstört – dort gab es bei der gewaltigen Naturkatastrophe sehr viele Tote. Wie so oft im Leben entsteht wieder Neues – es wurden zwischenzeitlich in Kyanjing Gompa viele neue Lodges gebaut. Im Langtang-Tal ist man nur einen Steinwurf von Tibet entfernt. Stupas und Manimauern waren ständige Wegbegleiter auf dem Weg zum entlegenen Aussichtsberg Tsergo Ri.
Am 5. Tag der Trekkingtour konnten wir bei bestem Wetter und angenehmen Temperaturen den 4.984 m hohen Tsergo Ri besteigen. Mit dem zweitägigen Rückweg durchs Langtang Tal mit Übernachtung in der Ortschaft Lama Hotel setzten wir die Trekkingtour im benachbarten Tal nach Thulo Syabru (2.200m) fort.
Nach Überquerung des Langtang Fluss ging die Wanderung in dieTrekking Region in der Nähe der tibetischen Grenze. Diese besticht mit ihren riesigen Gletschern, Rhododendron Wäldern, Kristallklaren Seen, schneebedeckten Bergen und nicht zuletzt ihren Ansammlungen vieler kleiner traditioneller Dörfer die größtenteils von dem Bergvolk der Tamang bewohnt werden.
Die höchste Übernachtung unserer 13 tägigen Trekkingtour war in Gosaikund am heiligen Gosainkund See auf 4.430 m. Die geplante Besteigung des 5.144 m hohen Surya Peak mussten wir auf einer Höhe von 4.880 m Höhe aufgrund der Wettersituation abbrechen.
Nach einer zweitägigen Wanderung über Sing Gompa und Dhunche waren wir wieder in wärmeren Regionen. Nach einer 4 stündigen Fahrt trafen wir im Chitwan Nationalpark in einer völlig anderen fast afrikanisch geprägten Welt zum Entspannen und zur Tierbeobachtung ein.
Elefanten, Affen, Krokodile, gewaltige Panzernashörner, Hirsch- und Antilopenarten sowie eine unzählige Anzahl von diversen Vogelarten konnten wir bei einer Jeepsafari, einer Bootstour im Einbaum sowie einer Wanderung durch den Urwald hautnah erleben. Gepaart mit gutem Essen und einigen hopfenhaltigen Getränken waren diese 3 Tage im Chitwan Nationalpark ein schöner Abschluss der Trekkingtour.
Die letzten 2 Tage verbrachten wir mit Sightseeing und kleinen Einkäufen in Kathmandu. Als Resümee dieser abwechslungsreichen 22 tägigen Nepaltour möchte ich anmerken – für wanderbegeisterte Naturliebhaber*innen ist diese Tour ein idealer Einstieg in einer eher wenig frequentierten Region Nepals.
Wir haben diese Tour mit Expert Asian Tour & Travel beim deutschsprechenden Sher Bahadur Pariyar gebucht.
Autor: Klaus Bogner
Fotos: Karl-Heinz Raible, Klaus Bogner
Weisskugel, 3.738 m
Tja, so weiß ist auch die Weißkugel leider nicht mehr und trotzdem einer der schönsten und höchsten Gipfel Südtirols und der gesamten Ostalpen. Der Anstieg aus dem urigen Matschertal führte abwechslungsreich über den neu angelegten Weg (Vorsicht bei alten Karten) hinauf in die hochalpine Landschaft zur Oberetteshütte auf 2.677 Metern mit einem vorzüglichen Menü. Hinter der Hütte ist ein kleiner Felsrücken mit unzählig vielen Bohrhaken… hier kann richtig gut geübt werden, super.
Der Anstieg zum Gipfel am nächsten Morgen um 5 Uhr war abwechslungsreich und bot neben steilen Felskraxeleien, eindrucksvollen Gletscherflächen, einer steileren Firnwand „Matscher Wandl“ abschließend als großes Finale einen kurzen und genussvoll zu kletternden Gipfelgrat (UIAA 2+). Wir trafen auf sehr gute Firn- und Wetterverhältnisse somit waren die steilen Passagen für uns recht einfach begehbar. Eine Wetterfront saß uns ein wenig im Nacken, aber gutes Zeitmanagement und fitte Teilnehmer ließen uns auch auf dem Rückweg zügig vorankommen… bis Dunja plötzlich auf dem Gletscher stürzte und sich den Fuß umknickte. Eine schnelle erste Hilfe und langsames Vorangehen bis zum Gletscherschluß ließ die Wetterfront immer näher rücken. An einem flachen Teil am See, wo auch ein Heli landen kann berieten wir die Stuation. Entscheidung… 2x Ibu und die Zähne zusammen beißen für die restlichen 300 Hm Anstieg, 600 Hm Abstieg und ca. 2 h bis zur Hütte. Tapfer, großes Lob an Dunja und den Rest des Teams, der sich sehr rücksichtsvoll und hilfsbereit gezeigt hat. Wir blieben trocken und vom Gewitter verschont bis zur Hütte.
Eine schöne Tour die definitiv zu den eindrücklichsten und landschaftlich schönsten Hochtouren in den Ostalpen gezählt werden kann.
Am Sonntag führte uns der Abstieg nochmals hinauf auf ein Joch Namens „Klein Tibet“ und von dort hinunter über die Saldurseen zurück zum Glieshof. Kurzes frischmachen im Bach und dann Heimfahrt nach Pforzheim (Dunja, Philipp und Fabi). Rudi und Jörg durften noch weiter nach Arco, dort trafen wir uns mit dem Rest der Bergschwärmergruppe 😉
Tolle Tour, fitte Teilnehmer… Danke Euch!
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Rudi Wollf, Fabian Ottburg, Jörg Tanneberger, u.w.
Biken in Finale Ligure
Unvergessliches Abenteuer
Zeitraum: 28. September 2024 bis 5. Oktober 2024
Ein sonniger Spätsommer, eine begeisterte Truppe und atemberaubende Trails – unsere Mountainbike-Reise nach Finale Ligure war ein echtes Highlight des Jahres!
Das Paradies für Mountainbiker
Finale Ligure hat sich längst als Mekka für Mountainbiker etabliert, und wir wurden nicht enttäuscht. Mit einem Land Rover Defender ging es zu Shuttletouren ins Hinterland, wo uns abwechslungsreiche Singletrails erwarteten. In Finale gibt es unzählige Trails, die von flowigen Strecken bis hin zu anspruchsvoll verblockten Abschnitten alles bieten, was das Mountainbiker-Herz höherschlagen lässt. Die Tage waren lang und anstrengend, aber jede Abfahrt belohnte uns für die Mühe. Doch auch wer das Hochtreten liebt, kam nicht zu kurz: teilweise erklommen wir die Trails aus eigener Kraft und genossen die atemberaubenden Aussichten auf dem Weg nach oben.
Perfekte Bedingungen
Finale Ligure ist bekannt für sein fast immer gutes Wetter, und auch in unserem Reisezeitraum Ende September bis Anfang Oktober zeigte sich der Himmel von seiner besten Seite. Die milden Temperaturen machten die Touren zu einem Genuss. Ein besonderes Highlight: Nach den Touren sprangen wir noch ins angenehm warme Mittelmeer – im Oktober!
Genuss für alle Sinne
Neben den Trails beeindruckte uns Finale Ligure auch kulinarisch. Das Essen war einfach großartig: frische Meeresfrüchte, hausgemachte Pasta und himmlische Pizzen ließen keine Wünsche offen. Auch unsere Unterkunft war ein Volltreffer. Hoch oben über der Altstadt von Finale Borgo genossen wir jeden Abend einen traumhaften Blick auf die historischen Gassen und die mediterrane Landschaft.
Tolle Stimmung in der Truppe
Ein wesentlicher Teil des Erfolgs dieser Reise war die tolle Stimmung in unserer Gruppe. Ob anspruchsvolle Abfahrten, schweißtreibende Anstiege oder entspannte Abende bei gutem Essen und Wein – jeder war mit Begeisterung dabei. Es gab viel zu lachen, und die gemeinsame Zeit schweißte uns noch enger zusammen.
Diese Woche in Finale Ligure war ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. Die Mischung aus sportlicher Herausforderung, Entspannung und Genuss machte die Reise perfekt. Wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer – und vielleicht führt uns der Weg ja wieder nach Finale Ligure!
Autor: Stephan Hennefarth
Fotos: Stephan Hennefarth
Ein unvergesslicher Tag: Sonnige Wanderung auf den Hohen Ifen
Am 01.11.2024 machten sich die Bergschwärmer auf zu einer unvergesslichen Tagestour auf den Hohen Ifen im malerischen Kleinwalsertal. Der November zeigte sich von seiner besten Seite, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel begleitete uns während der gesamten Wanderung.
Die Tour war eine lange Wanderung, die uns durch beeindruckende Landschaften führte. Die frische Bergluft und die herrlichen Ausblicke motivierten uns, auch die anspruchsvolleren Passagen zu meistern. Allerdings mussten wir feststellen, dass die Drahtseile, die uns bei einigen steileren Abschnitten unterstützen sollten, bereits demontiert waren. Dies stellte für einige Teilnehmer eine kleine Herausforderung dar, und mancher hatte etwas Mühe, die steileren Stellen zu überwinden. Doch die gute Stimmung in der Gruppe half uns, auch diese Hürden gemeinsam zu bewältigen.
Die Gruppe war voller Energie und guter Laune, was die Motivation aller Teilnehmer nur noch steigerte. Gemeinsam meisterten wir die verschiedenen Etappen der Wanderung, während wir die atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler genossen. Die Gespräche und das Lachen in der Gruppe trugen dazu bei, dass dieser Tag nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis wurde.
Nach der langen Wanderung freuten wir uns auf ein gemütliches Abschlussessen in einer Pizzeria. Dort ließen wir den Tag Revue passieren, teilten unsere Erlebnisse und genossen das köstliche Essen und die erfrischenden Getränke. Es war der perfekte Abschluss eines wunderschönen, gemeinsamen Bergschwärmer Gruppentages, der mit viel Spaß und unvergesslichen Momenten gefüllt war.
Wir freuen uns schon auf die nächste Tour und darauf, weitere gemeinsame Abenteuer in der Natur zu erleben!
Autor: Brigitte Pöder
Fotos: Rudi Wollf, Oliver Krause, Jörg Tanneberger, u.w.
Hornberg 2024
Wie auch die Jahre zuvor fuhren im September 2024 mal wieder 7 Frauen und 3 Männer zum gemeinsamen Wanderurlaub nach Hornberg im Schwarzwald.
Nicht alle Teilnehmer konnten noch mit wandern. Für 3 Teilnehmer ging es nur um die gute Luft, die nette Gesellschaft und einfach ums dabei sein. Die 3 haben sich immer sehr auf unsere gemeinsamen Abende gefreut. Aber besonders ein Teilnehmer war für uns eine große Hilfe. Er war nicht mehr gut zu Fuß, aber er traf sich mit uns in der Einkehrgaststätte. Das war gut, denn sein perfekter Fahrdienst mit seinem Auto war für einige von uns eine große Erleichterung. Unsere Wandertouren waren doch sehr lang und teilweise auch sehr anstrengend. Er hat dann die erschöpften Teilnehmer wieder zum Hotel zurück gefahren. Vielen herzlichen Dank dafür.
Am ersten Tag traf man sich nach der Anreise gleich am Hotel und fuhr dann mit 2 Autos über Schonach zu einem Wanderparkplatz in der Nähe des Blindensees. Und wir schafften es doch fast 3 Stunden lang bei zähen Nieselregen rund um den Blindensee zu wandern bis zur Einkehr im Café „Näbba Duss“.
Ab dem zweiten Tag war dann endlich Sonnenschein. Die Wanderung auf dem Wanderweg „3-Täler-Bahn“ gehörte dem Andenken an den badischen Ingenieur Robert Gerwig, der diese Bahn vor über 100 Jahren erbaute. Wir begannen unsere Wanderung am Beginn dieses Weges oberhalb von Triberg. Hoch über der Bahnlinie führte der Pfad meist mit Blick auf die Bahngleise Richtung Schonach. Höhepunkt war dabei der „3-Bahnenblick“: ein Aussichtpunkt, vom dem die Bahnstrecke an drei Stellen ihrer Abschnitte zu sehen war. Wie bestellt kaum auch ein Zug, der für alle sichtbar die tollen Schleifen fuhr, mit denen die Höhenunterschiede dieses Bahnabschnittes beim Bau bewältigt werden konnten. Hier gibt es auf den Schleifen teilweise eine Steigung bis zu 20 Promille, das Maximum an Steigung, die ein Zug ohne zusätzliche Hilfe von z. b. Zahnrädern überwinden kann. Die verdiente Einkehr war im Gasthaus Staudte. Vier ganz hartgesottene Wanderer wagten noch den steilen Abstieg. Der Rest der Wanderschar fuhr mit dem „Fahrdienst“ zurück.
Der dritte Tag führte auf dem Westweg über den Huberfelsen hinab ins Prechtal. Der Anfang dieses Westweg-abschnittes entpuppte sich als feuchtes und steiniges Bachbett. Nach diesem abenteuerlichen Anfang wurde der Weg jedoch ab dem Huberfelsen sehr bequem. Die erste Rast war am Kolpinghaus, wo jede Menge Getränke für die durstigen Wanderer bereitstanden. Auch der Rest der Wanderung bis zur Einkehr im Gasthaus Landwassereck im Prechtal war bequem zu gehen. Vier Wanderer machten sich noch auf zum steilen Weg zurück zum Hotel (sie schafften es gerade noch pünktlich zum Abendessen). Der Rest fuhr mit dem „Fahrdienst“ durch das wunderschöne Prechtal hinab nach Schonach und wieder hinauf zum Hotel.
4. Tag. Da einige Teilnehmer schon mittags nach Hause fahren wollten, gab es ein Alternativprogramm in Gutach. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ort und den Kurpark war ein Museumsbesuch angesagt. Die Eisenbahnfreunde der Modelleisenbahn und die Gemeinde Gutach haben vor kurzem ein Museum für die 3 – Täler – Bahn angelegt. Es ist ein detailgenauer Nachbau der Bahnstrecke von Gutach bis Schonach mit einer Modelleisenbahn von Märklin. Eine wirklich hervorragend gelungene Ausstellung mit Wendemöglichkeiten für mehrere fahrende Züge – es braucht keinen Eingriff in die Automatik! – Selbst Modellautos hat man hier zum Fahren gebracht. Und auch die Sägen im Sägewerk waren am Arbeiten. Es war ein Hochgenuss für Freundinnen und Freunde der Modelleisenbahn. Und nach einer letzten gemeinsamen Rast im Café der Modellbahn machten sich alle auf den Heimweg.
Herzlichen Dank unserem Wanderführer Otto Effinger – er hat auch die Pläne für den „Fahrdienst“ ausgearbeitet, aber besonders die Modelleisenbahn hat er sehr genossen – „zum ersten Mal und ganz in Ruhe!“
Autor: Brigitte Wörle
Fotos: Andrea Stöhrer
Neue Wandergruppe in der Sektion. Team 24.
Unsere Sektion ist seit der letzten Hauptversammlung um eine Wandergruppe reicher. Wie kam es dazu und was ist der Sinn und Zweck des Ganzen? Seit 2013 veranstaltet die Sektion jährlich, mit Ausnahme der Coronajahre, eine 24-Stunden-Wanderung. Was anfangs als eine verrückte Idee einiger Mitglieder der Bergsteigergruppe begann, ist inzwischen aus dem Veranstaltungskalender der Stadt Pforzheim und der Sektion nicht mehr wegzudenken. Die Veranstaltung ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt. Damit wächst natürlich auch unser Anspruch, noch besser und professioneller zu werden. Das lässt sich längst nicht mehr mal so nebenher machen.
Genau das war auch Thema, als sich vor etwa drei Jahren einige Helfer der 24-Stunden-Wanderung, eher zufällig, auf der Pforzheimer Hütte trafen. Beim abendlichen Kaltgetränk herrschte die Meinung vor, wir müssen uns mehr in die Organisation einbringen, oder die Veranstaltung wird über Kurz oder Lang einschlafen. Damit war die Idee geboren, ein Team aufzubauen, das nicht nur mit wandert, sondern sich aktiv um die 24-Stunden-Wanderung kümmert.
Daher haben wir uns zunächst die Ziele gesetzt, mehr Helfer zu akquirieren und diese durch regelmäßige Sitzungen in die Planung einzubinden. So kamen nicht nur viele neue Ideen auf, es fanden sich auch rasch weitere Mitstreiter. Schon nach kurzer Zeit erreichten uns Anfragen von außerhalb der Sektion, sogar außerhalb des DAV. Das Team ist so inzwischen auf über 20 Personen angewachsen.
Von Beginn an steht die 24-Stunden-Wanderung unter dem Motto „gemeinsam unterwegs“. Heute können wir zudem sagen „gemeinsam packen wir es an“. Wir wollen als Team Verantwortung übernehmen. Das geht allerdings nicht als loses „Anhängsel“ einer Gruppe mit völlig anderem Schwerpunkt. Hierfür sind klar definierte Strukturen und Aufgabenbereiche notwendig. Nur so kann eine reibungslose und sichere Planung gewährleistet werden. Diese Voraussetzungen sehen wir am besten in einer eigenständigen Gruppe gegeben – und die Vorstandschaft hat diese Ansicht bestätigt und der Gründung der Gruppe zugestimmt.
Highlight unserer Gruppe ist zweifellos die jährlich im Mai stattfindende 24-Stunden-Wanderung. Darüber hinaus planen wir weitere Wanderungen anzubieten. Zum einen haben wir unsere Vorwanderungen für alle Wanderbegeisterten geöffnet. Im Übrigen wollen wir längere Touren auch außerhalb der Alpen anbieten. Der Schwarzwald, die Pfalz, die Schwäbische Alb, es gibt unzählige Möglichkeiten sich über 20, 30 oder mehr Kilometer auszutoben.
Wir freuen uns, mit unserer Arbeit einen Beitrag zum Erfolg der Sektion beitragen zu können.
Wir haben noch Platz im Team! Wer mit viel Spaß an einer großen Veranstaltung und noch mehr mitwirken möchte, ist bei uns herzlich willkommen.
Autor: Martin Hämmerle
Fotos: Martin Hämmerle
Hauptversammlung. Der DAV bietet in 355 Sektionen 1,5 Millionen Bergsportfans eine Anlaufstelle
1950 kam es im Oktober In Würzburg zur Neugründung des Deutschen Alpenvereins nach dem zweiten Weltkrieg und 1990 in Pforzheim zur Wiedervereinigung der Sektionen von Ost und West. Insgesamt betreiben die 355 Sektionen 325 Hütten und inzwischen 220 Kletteranlagen sowie 40 000 Kilometer Wegenetz. Der Präsident, Roland Stierle, wies bei der Hautversammlung im November 2024 in Würzburg auf die Naturverbundenheit hin aber auch, dass Berge, Hütten und der Alpenverein mit seinen 1,5 Millionen Mitgliedern auch mit den Klimaveränderungen zu kämpfen hat und so in Bewegung ist. 150 Hütten konnten inzwischen- wie unser Berghaus in den Stubaier Alpen – mit dem Gütersiegel ausgezeichnet werden, die für regionale Produkte und klimafreundliche Ausgestaltung stehen. Naturverbundenheit, Bergsport, Gemeinschaft aber auch der Erwerb von Sicherheit durch entsprechende Kurse sind dabei Beweggründe, die zum Eintritt in die Sektionen führen.
Der Sport – und Innenminister von Bayern, Joachim Hermann, dankte bei der Zusammenkunft von 277 Sektionen mit ihren über 8000 Stimmen den 34 000 Ehrenamtlichen, die in den einzelnen Sektionen tätig sind. Klimaschutz und Digitalisierung standen bei der zweitägigen Zusammenkunft im Mittelpunkt und führten zu intensiven Diskussionen. Aber auch die Selbstversorgungsrechte auf den Hütten. Vor allem die jungen Leute kämpften dafür, Hütten wieder stärker als Schutzhütten zu sehen, was auf großes Verständnis stieß.
Die Mitgliederentwicklung hat sich in den letzten zehn Jahren um 570 000 Mitglieder erhöht und gemessen an der Bevölkerung nimmt Baden – Württemberg mit 2,8 Prozent den zweiten Platz aller Bundesländer ein. Bayern steht naturgemäß mit 5,7 % auf Platz eins. Auch der Frauenanteil liegt jetzt bereits bei 44 %.
Neu für den Hauptverein sind inzwischen die Ausgaben für den Leistungssport nachdem dieser olympisch geworden ist. Daher bleiben auch zu Beginn des Jahres 2026 weitere Abgaben an den Hauptverein nicht aus. Neben der Mehrjahresplanung und der Digitalisierung, die bereits jetzt schon 3 Euro Zuschlag hat, kommen nochmals 2 Euro dazu. Von daher muss auch unsere Sektion mit einer zusätzlichen Abgabe von 4,50 Euro planen. Die Richtlinien für Kletteranlagen sind überarbeitet und die Mountainbike – Infrastruktur wird verbessert und in Zukunft stärker gefördert.
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft
Losgelöst von der Mitgliederversammlung ehrt die Sektion Pforzheim des Alpenvereins inzwischen ihre langjährigen Mitglieder in einer eigenen Zusammenkunft im Ausbildungszentrum auf der Wilferdinger Höhe. In diesem Jahr standen 52 Ehrungen für eine 25 – jährige Mitgliedschaft, 22 für 40 Jahre Treue, 12 für 50 Jahre und je eine für 60 Jahre und 70 Jahre an. Während es bis zur Ehrung von 60 Jahren entsprechende Plaketten vom Deutschen Alpenverein gibt, monierte der Vorsitzende der Sektion bei der Hauptversammlung dieser Tage in Würzburg, dass so langsam auch für 70 Jahre eine Plakette geschaffen werden sollte. Das älteste Mitglied der Sektion ist Wilhelm Müller mit 101 Jahren.
Im Ausbildungszentrum begrüßte der Vorsitzende Rolf Constantin die anwesenden Ehrenden, ließ das Geschehen der Sektion in einem kurzen Rückblick lebendig werden und zeigte dann eine Bildschau, die von der Pforzheimer Hütte im Stubaital hin zur ersten Pforzheimer Hütte in Südtirol führte, die 1914 an Italien fiel. Ein buntes Mosaik von Alpenpflanzen, die im Frühsommer die Berge überziehen, fehlte dabei auch nicht. Nach dieser Bilderschau gab es eine entsprechende Stärkung, ehe die Ehrungen erfolgten. Üblicherweise sind dabei nicht alle Geehrten vor Ort. Die Ehrungen nahmen der Vorsitzende und seine Vertreter Bruno Kohl und Thomas Thomsen vor.
Ehrungen standen für 40 Jahre an: Klaus und Heide Maichel, Norbert Bayer, Max Heling, Werner Conradt, Marco Huber, Sabine Liefke – Wilhelm, Peter Geib, Frank Neuweiler, Alexander Kuhn, Alfred Giessler, Susanne Kessel, Hans-Peter Lutz, Theo Thiel, Manfred Burkhardt, Mattias Klingel, Wolfgang Stoll, Erich und Martin Zefferer, Arno Kessel, Matthias Hermann, Hans Wolloner. Für 50 Jahre: Christel, Mueller, Christa und Christoph Senger, Andreas und Renate Haeussler, Siegfried Straub, Thomas Wilhelm, Reinhold Bach, Dieter Lamprecht, Georg Halbich, Guenter Sohl und KJaus Kaiser. Für 60 Jahre Heidi Fegert und für 70 Jahre Ingrid Schulze.
Neben der Medaille bekamen die Anwesenden Geehrten auch ein Vesperbrett mit einer entsprechenden Holzeinarbeitung in Verbindung mit den Bergen.
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin
Hans Trautz langjähriges aktives Mitglied gestorben
Hans Trautz, der in vielen Vereinen Spuren hinterlassen hat, ist am 18. November im Alter von 88 Jahren gestorben. Mit ihm verliert auch die Sektion Pforzheim ein jahrzehntelanges treues und aktives Mitglied. Neben dem Alpenverein war er Badischen Schwimmclub viele Jahre zweiter Vorsitzender und Schatzmeister. Bei uns Seniorenbetreuer und auch zuständig beim Aufbau der Gymnastikgruppe, die er über Jahre auch finanziell unterstützte.
Seine Liebe zu unserem, Berghaus im Stubaital reicht bis weit in seine Kindheit zurück. Schon mit seinem Vater, der Zahnarzt war, ging er zur Pforzheimer Hütte und dort versorgte sein Vater stets zahntechnisch die Kinder unserer langjährigen Hüttenpächterin Helene Winkler. Daher gab es in seinem Archiv auch Fotos von der Anfangszeit unseres Berghauses. 74 Jahre gehörte er unserer Sektion an.
Durch seine geduldige und gemeinschaftsbezogene Art fand der Berufsschullehrer auch immer rasch Kontakt zu seinen Mitmenschen und war bis in das hohe Alter mit seiner Partnerin in der Welt unterwegs. Auch zu den Löblichen Singer hatte er durch seine Mitgliedschaft bis zu seinem Tod Kontakt.
Die Sektion Pforzheim ist traurig ihn verloren zu haben aber auch dankbar für alles, was er für die Sektion getan hat.
Autor: Rolf Constantin
Fotos: Rolf Constantin
Bericht zur Mitgliederversammlung
Pforzheim. Nachdem die Pforzheimer Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) mit dem Betrieb der Pforzheimer Hütte in Österreich lange Jahre nur rote Zahlen geschrieben hat, war diesmal dank des unermüdlichen Einsatzes ehrenamtlicher Helfer um Bruno Kohl und Thomas Thomsen, der attraktiven Sellrainer Hüttenrunde und eines eingespielten Pächterteams erstmals wieder ein Plus zu verzeichnen, wie Schatzmeister Frank Nauheimer bei der jüngsten Mitgliederversammlung berichtete. Bei den Nächtigungszahlen sei der Rekord des Vorjahres in der abgelaufenen Saison mit 5270 noch einmal übertroffen worden, so Kohl. Grundlegend saniert worden sei der Sanitärbereich der Frauen. Die Wege seien neu markiert, der Übergang an der Zischgenscharte mit neuen Stahlseilen versichert. Die Hütte sei also auf jeden Fall einen Besuch wert, so Thomsen, der von den Mitgliedern als neuer stellvertretender Sektionsvorsitzender gewählt wurde.
Auch insgesamt sei die finanzielle Situation der Sektion gut, berichtete Nauheimer – noch. Denn insbesondere das Sektionszentrum sei in die Jahre gekommen. Er erwarte in den kommenden Jahren einen umfangreichen Sanierungsbedarf und Investitionen. Unter diesen Vorzeichen und auch angesichts drastisch gestiegener Abgaben an den Hauptverband und erhöhter laufender Kosten schlug der Sektionsvorsitzende Rolf Constantin der Mitgliederversammlung eine Beitragserhöhung vor, die auch mehrheitlich angenommen wurde und zum kommenden Jahreswechsel greifen wird.
Wie attraktiv das Sektionszentrum mit seinen Kletterwänden und dem Boulderbereich für die 4542 Mitglieder aber auch für Gäste von außerhalb sei, habe sich erst jüngst beim Kletter-Opening für die nun laufende Wintersaison, in der die Kletterhalle an den Wochenenden für alle geöffnet ist, wieder gezeigt, so Constantin. 30 neugeschraubte Kletterrouten und rund 40 Boulder warteten nun auf die Sportler. Die für die Kletterwand verantwortlichen Daniel Hofsäß und Theodor Seidel wurden denn von den Mitgliedern auch neu in den Beirat gewählt – ebenso wie Naturschutzreferent Stefan Bürkle. So kann die Sektionsspitze mit neuer Energie die Aufgaben des kommenden Vereinsjahres anpacken, nachdem Vorstand und Schatzmeister unter der Regie von Kassenprüfer Günter Reiling von den Mitgliedern entlastet wurden.
Infos, Termine und Ansprechpartner finden Interessierte unter www.alpenverein-pforzheim.de
Autor: Sven Bernhagen
Fotos: Jörg Tanneberger
BU: Der Sektionsvorstand begrüßt den neuen stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Thomsen in seinen Reihen, ebenso den Naturschutzreferenden Stefan Bürkle und die neuen Beiräte Daniel Hofsäß und Theodor Seidel.
Monte Rosa Tour
Laut Rother Wanderführer wird die Tour Monte Rosa (TMR) als ein Klassiker unter den westalpinen Trekkingrouten und als kontrastreiche Wanderung um die Bergriesen der Walliser Alpen, sprich um das Monte Rosa Massiv beschrieben. Wir, Karl-Heinz Raible und Klaus Bogner sind die 9 – tägige anspruchsvolle Bergwanderung in der 2. Augusthälfte 2024 gewandert.
Wir haben uns für die Variante entgegen dem Uhrzeigersinn entschieden. Schon der 1. Tag mit dem 1.700 Höhenmeter Aufstieg von Zermatt zur Rifugio Teodula auf 3.317 m hatte es in sich. Auf die Frage beim Hüttenwirt ob dies eine Italienische oder Schweizer Hütte sei, bekamen wir die Antwort: die Küche liegt in der Schweiz, die Theke und der Wirtschaftsraum in Italien – das gute Essen und den feinen Rotwein bezahlten wir mit Euro. Der zweite Tag führte uns auf italienischer Seite nach Resy zur Rifugio Ferraro. Um es vorweg zu nehmen – alle Herbergen, sei es die fünf Hütten oder die drei Pensionen – waren sehr gut !
Der Weg führte uns weiterhin auf der italienischen Seite des Monte Rosa Massiv über Refugio Pastore zum Walserdorf Macugnaga mit Blick auf die 3.000 m hohe Ostwand des Monte Rosa Massiv.
Das Rifugio Pastore (hier geht auch der GTA vorbei) möchten wir als besonders tolle Hütte mit außerordentlich sehr gutem Essen erwähnen. Als besonderes Highlight habe ich beim nächtlichen Toilettengang den Blick auf die 3.000 m höher stehende beleuchtete höchste Alpenhütte Capanna Regina Margherita (4.554 m) empfunden 😊
Von Macugnaga ging es am Sonntag Morgen 1.570 m hoch zum Monte Moro Pass an die Italienisch/Schweizer Grenze mit einer Einkehr in der Oberto-Hütte. Mit diesem Hüttenbesuch verließen wir wieder das italienische Euroland mit gutem, günstigen Rotwein und kehrten mit dem Abstieg zum Mattmarkstausee wieder zu den Eidgenossen zurück. Vom Stausee Mattmark gönnten wir uns die Fahrt mit dem Postbus nach Saas Allmagell in die Pension Waldegg. Diese von einer Niederländerin und einem Schweizer betriebene Pension können wir nur weiter empfehlen; tolle Unterkunft, sehr gutes Essen, tolles Frühstücksbuffet 😊
Am nächsten Morgen fuhren wir wiederum mit dem Postbus nach Saas Fee, von dort ging die Wandertour über Grächen (Übernachtung in einer Pension) und die Europahütte weiter.
Von der 2.265 m hoch gelegenen Europahütte mit ständigem Blick auf das Walliser Weißhorn und auf das Bishorn ging der Wanderweg über die mit 494 Metern Charles Kuonen Hängebrücke, längste Hängebrücke der Alpen, über die Täschalpe zum Zielort Zermatt.
Die Tour in nackten Zahlen: 9 Tage, 163 km, 10.300 Höhenmeter, tolles Wetter (Kaiserwetter), gute – sehr gute Verpflegung und Übernachtungen – SEHR EMPFEHLENSWERT 😊😊😊
Autor: Klaus Bogner
Fotos: Klaus Bogner
Bergwandern und ‘Dolce Vita‘
Die Friedenswanderung im Jahr 2005 von Pforzheim nach Gernika war die Initialzündung für die Partnerschaftstouren des DAV Sektion Pforzheim, des Club Alpino Vicenza und des Goi-Zale Gernika, die seit dem Jahr 2007 in dieser Konstellation durchgeführt werden. In diesem Jahr organisierte der CAI Vicenza die gemeinsame Unternehmung in einer Bergregion, die üblicherweise (und zu Unrecht) nicht im Focus deutscher Bergwanderer steht: dem Gebiet Gran Sasso in den Abruzzen, rund 100 km südöstlich von Rom gelegen.
Zunächst ging es nach umfassender Vorbereitung und Organisation durch Bruno Kohl für die deutsche 16 Frau- und Mann- starke Delegation mit Ryanair vom Flughafen Memmingen in die ‘Ewige Stadt‘ Rom. Nach einigen Orientierungsmühen kamen wir gut und vollzählig im Roma Scout Center an – eine Melange aus Hüttencharakter und Jugendherberge. Am Nachmittag und dem darauffolgenden Tag erkundeten wir teils individuell, teils in Gruppen die italienische Hauptstadt. Rom – das Zentrum der Antiken Welt und der Christenheit: Geschichte auf Schritt und Tritt!
Bereits am Samstagabend stießen zunächst unsere baskischen Freunde dazu und als am Sonntagabend unsere italienischen Freunde ankamen, war die Wiedersehensfreude groß! Die über Jahre hinweg gepflegten Freundschaften konnten aufgefrischt und neue geknüpft werden. – Auch der nächste Tag stand im Zeichen Roms – Paolo zeigte uns nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor dem Kolosseum einige Besonderheiten der Stadt, beginnend mit der Statue des Moses von Michelangelo in der Kirche San Pietro in Vincoli, in der daneben auch noch die Ketten, mit denen der Apostel Petrus gefangen gehalten wurde, gezeigt werden. Kapitolinischer Hügel, Blick auf’s Forum Romanum, Schildkrötenbrunnen, etc., ein Streifzug durch Rom.
Tags darauf ging es nun mit dem Bus in die Abruzzen, genauer gesagt den Abruzzischen Teil des Apennin, der vom Gebirgsmassiv Gran Sasso d’Italia mit knapp 3000m Höhe, dem Corno Grande, gekrönt wird. – Nach einer leichten Eingehtour auf den Monte Puzzillo (2174m) kamen wir in L’Aquila an. Die Stadt L’Aquila wurde im Jahr 2009 von einem verheerenden Erdbeben getroffen, das über 300 Menschen das Leben kostete. Sowohl die Spuren des Bebens als auch umfangreiche Aufbau- und Renovierungsarbeiten sind zu sehen. Der damalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi versprach, die Stadt innerhalb kürzester Zeit wiederaufzubauen – gehalten hat er sein Versprechen nicht.
Die von unserem italienischen Freund und Berg-Urgestein Lorenzo Dalla Vecchia mit Präzision ausgearbeiteten Touren führten uns am nächsten Tag auf den Monte Camicia, 2344m – eine Tour mit durchaus alpinen Ansprüchen und schönen Weit- und Ausblicken. Unsere Unterkunft in L’Aquila war das von katholischen Schwestern geführte Casa Ospitalia San Guiseppe. Die auch sonst sehr herzlichen Damen in Ordenstracht zeigten uns anlässlich des Geburtstags von Paolo, zu was Klosterschwestern im Stande sind: Sister Act live – so wie man es vom Kino her kennt! Alles unter den Bildern von drei Päpsten und einem Kardinal im Speisesaal des Hotels. Alle waren begeistert von der Freude, die dort zum Ausdruck kam. Ein ganz besonderes Erlebnis!
Am folgenden Tag stand der alpine Höhepunkt auf dem Programm, die Besteigung des Corno Grande, mit 2912m der höchste Punkt der Abruzzen. Vom Campo Imperatore auf rd. 2100m ging es für die Gruppe A über die Sella di Monte Aquila, 2335m auf den Corno Grande und im Abstieg über das Rifugio Franchetti (ein kühles Bier wirkt Wunder) zur Seilbahn nach Prati di Tivo. Für die B-Gruppe ging es beschaulicher vom Campo durch das Val Maone nach Prati di Tivo. Das Wetter zeigte sich während der gesamten Tour von seiner besten Seite – tagsüber mehr als 30°C, später jeweils ein lauer Sommerabend.
Der letzte Wandertag führte uns von Ovindoli (1380m) auf den Monte Tino (1923m), von dem wir eine wunderbare Aussicht ringsum genossen. Nach der Rückkehr zeigten uns noch Freunde vom CAI L’Aquila einige Sehenswürdigkeiten der Stadt, darunter auch die Basilica Santa Maria Collemaggio, in der Papst Coelestin V. (Juli bis Dezember 1294) in einem Sarkophag begraben liegt. Coelestin V. war der erste Papst, der zu Lebzeiten von seinem Amt zurückgetreten ist. Der zweite, der diesen Schritt wagte, war Benedikt XVI. im Jahr 2013!
Dem gemeinsamen Abschlussessen in einem Restaurant schloss sich noch eine von Miren angeführte Performance auf der Piazza del Duomo an, die auch die abendlichen Flaneure begeisterte und Applaus für uns einbrachte. Nach einer Woche, die mit schönen Erlebnissen gefüllt war, hieß es am Flughafen Abschied nehmen von unseren baskischen und italienischen Freunden. A prossima! Bis zum nächsten mal!
Ein herzliches Dankeschön an alle, die die schönen Tage erdacht, geplant, vorbereitet und durchgeführt haben!
Mehr Information im www.alpenvereinaktiv.com, Suchbegriff „Touren der Partnerstädte Gernika-Lumo – Vicenza – Pforzheim“
Autor: Alexander Uhlig
Fotos: Bruno Kohl, Alexander Uhlig
Gelatis – in der besten Form ihres Lebens!
Sommerferienbeginn – Sonne – gute Laune – die Lust auf Eis und Fels steigt. Ein untrügliches Zeichen für die Gelato e Roccia – Gruppe die Steigeisen aus dem Schrank zu holen, den Wanderrucksack zu schnüren, den Helm aufzusetzen und in Herrgottsfrühe in die Berge zu fahren.
Dieses Jahr zog es uns in die Urner Alpen bei Engelberg in der Schweiz. Nach einer reibungslosen Fahrt konnten zehn gutgelaunte, bestens trainierte und hochmotivierte Gelatis bei strahlendem Sonnenschein den Aufstieg zur Spannorthütte beginnen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Alpe Stäfeli nahmen wir frisch gestärkt die ca. 700 Hm in Angriff und schraubten uns allmählich über Serpentinen und Trittbügel zur Spannorthütte auf 1956 Hm. Mit nur leicht erröteten Köpfen und etwas Schweiß auf der Stirn ließen wir uns auf der Terrasse nieder und füllten unsere doch etwas leeren Wasserspeicher auf verschiedene Art und Weise wieder auf.
Da die Spannorthütte mit einem „Spa-Bereich“ Werbung für sich macht, musste dieser natürlich auch ausprobiert werden. Fünf Wagemutige machten sich mit einem Handtuch unter dem Arm Richtung „Spa“ auf. Etwas weiter oben am Berg staunten wir nicht schlecht: Unter freiem Himmel ein Naturpool mit frischem Gletscherwasser gespeist, ein direkt darüberliegender kleiner Wasserfall, eine wadenkühlende Düse, Blick bis nach Engelberg – was braucht der wellnessverwöhnte Bergmensch mehr (warmes Wasser – Anmerkung der Texterin…) ?! Unter einem gewissen Gruppenzwang stehend wagten wir uns ins kühle Nass. Mit lautem Getöse -Freudenschreie waren es eher nicht…- wurde geplanscht, gebadet, geduscht und nach höchstens 30 Sekunden war dieses Vergnügen auch schon wieder vorbei. Dafür hielt das „gewellnesste“ Gefühl nach dieser Tortur deutlich länger an und völlig entspannt konnten wir mit samtweicher Haut den Blick ins Tal genießen.
Am nächsten Tag ging es ganz unwellnessmäßig früh raus. Die Umrundung des Gross Spannorts stand auf dem Programm. Nach knapp zwei Stunden erreichten wir die Schlossberglücke auf 2626 Hm. Vor uns breitete sich der große Spannortgletscher aus. Gut gesichert erreichten wir mit einem wagemutigen Sprung über den Gletscherrand den eigentlichen Spannortgletscher. In zwei Gruppen aufgeteilt umrundeten wir den 3074 hohen Gross Spannort. Der Klimawandeln machte auch hier mit lautem Getöse auf sich aufmerksam, immer wieder war deutlicher Steinschlag zu hören und zu sehen. Auch ohne Gletscherspaltenspürhund kamen wir Dank sehr guter Schneeauflage sicher über den Gletscher. Grandioser Höhepunkt dieser Tour war dieses Mal kein Gipfel, sondern ein auf ca. 2950 Metern gelegener wunderschöner Gletschersee am Spannortjoch, den selbst der Hüttenwirt in dieser Schönheit noch nie gesehen hat!
Nach einer Pause am Gletschersee erfolgte die weitere Umrundung und der Abstieg zur Hütte. Dort stand natürlich wieder Wellness auf dem Programm, zwei weitere Gelatis trauten sich ins kühle Nass. Das After-Wellness fand dann im Zimmer Titlis statt. Wie es dazu kam weiß keiner mehr genau, aber auf jeden Fall stapelten sich 10 Gelatis in einem kleinen Zimmer, frisch gebadete und geSPAte Waden wurden mit lecker riechender und wohltuender Pferdesalbe eingerieben, leicht bekleidete Gruppenmitglieder kredenzten verschiedene Schnäpse und … ha, das würdet ihr jetzt gerne wissen .., aber was auf dem Berg passiert, bleibt auf dem Berg!
Am nächsten Tag wurde uns der Abschied von der Hütte leicht gemacht. Dicke Wolken zogen aus dem Tal nach oben und so machten wir uns im Fiesel-Niesel-Regen an den Abstieg. Der Abstieg folgte auf einem anderen Weg als der Aufstieg, ob dieser schöner und weniger anstrengend war, darf jeder selbst beurteilen…
Abschluss fand das WellnessHochtourenWochenende wieder auf der Stäfeli Alpe, ein tolles Wochenende war leider schon vorbei.
Folgende Auszeichnungen konnten nach diesem Wochenende vergeben werden:
Das goldene Alpenseepferdchen: Andi, Astrid, Frank, Markus und Uli
Das silberne Alpenseepferdchen: Jürgen und Norbert
Das „Waschlappen“ Alpenseepferdchen: Alex und Gerd (Waschlappen nur bezogen auf die Form des Wellnessprogramms!)
Die schönsten geSPAten Waden hat: Petra
Und eine ganz besondere Auszeichnung geht an MARKUS als bester Organisator der (Wellness-) Tour!
Vielen herzlichen Dank von uns allen – das zu toppen wird schwer 😊 !
Autor: Astrid Utz
Fotos: Gelatigruppe
Monte Adamello 3539 m
Größter Gletscher Italiens
Schöne Genusshochtour vom 4 bis 7. Juli
Start: Donnerstag früh 4 Uhr Pforzheim
Fahrtzeit: 7 h
Treffen: Temu am Lift
Gruppe: Klaus, Karl-Heinz, Fabian, Heike, Dunja, Philipp, Thomas, Markus, Steffen, Jörg und Jörg
Start: Tonale Pass. Mit Paradisolift zu Presena Pass. Name ist Programm. Ausstieg in eine paradiesische Schneelandschaft auf ca. 3000 m Höhe.
1. Tag: Vom Presena Pass zuerst bergab zur Mandrone Hütte von dort hinauf zum bezaubernden Gletscheranfang und steil bergauf zur Lobbia Hütte. Ankunft Lobbia circa 18:30 Uhr. Ein langer Tag geht zu Ende. Manche machen drei Kreuze.
2. Tag: 6:00 Uhr Abmarsch Hütte. Wetter, bedingte Umplanung. Heute gleich Gipfelbesteigung, dann zurück zur Hütte. Zunächst super Wetter, wenig Akklimatisationszeit, weite Strecke, nette Querung mit Rutschpartie ;-), dafür super viel Schnee auf Gletscher, beste Bedingungen! Kraxelei auf Gipfelgrat… easy… max. 1-2 Grad. Bei Abmarsch mitten auf Gletscher dann Nebel, kleiner Verhau, zurück auf Spur. Ankunft Hütte circa 15.30 Uhr… viel Durst! Leider 1/4 Finale verpasst.
3. Tag: Abmarsch 7 Uhr. Auf Plan stand die Überschreitung Cannone die Cresta Croce über Felsausläufer zurück zum Mandrone Gletscher, dann Querung zur Scharte am Cima Garibaldi. Wetterbedingt verzichteten wir auf den ersten Teil und liefen gleich zur Scharte. Hier Klimawandel extrem present. Aus T3 wurde gefühlt locker T5 wenn nicht schwerer. Hohe Steinschlaggefahr! Dann entspannt über Schneefelder zu Garibaldi Hütte. Bier, Kuchen, Suppe, Bad im See, Mittagsschläfchen…
4. Tag: Abmarsch 8 Uhr. Entspannt vorbei an vielen schönen Stauseen zurück nach Temu. 1450 Hm… hier qualmten einige ältere Kniescharniere. Kurzer Autotransfer von Temu zum Tonale Pass, dann Heimreise Pforzheim.
Danke an alle Teilnehmer… Ihr ward ne bomben Truppe!
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Stähle, Steffen Rühle, Jörg Tanneberger und Teilnehmer
Montafon Tour der Sektionshelfer
Als DANKE an alle ehrenamtlichen Helfer um die Pforzheimer Hütte sowie bei allen sonstigen Veranstaltungen und Aktivitäten unserer Sektion bot die Gruppe Bergsteigen mit unserem stellvertr. Vorsitzenden und Wanderleiter Bruno Kohl sowie Fachübungsleiter Bergsteigen Christoph Senger eine 6-tägige Bergfahrt zur Lindauer Hütte im Montafon an.
Für alle „helfenden Hände“ sind keine Teilnahmegebühren angefallen und es waren nur die eigenen Kosten für Übernachtung und den Verzehr sowie anteilige Fahrtkosten zu tragen. Etwas enttäuschend war doch die Resonanz, dass von den 12 möglichen Teilnehmern nur zwei, nämlich Martin Fretz und Annette Kucher, teilnahmen, obwohl lediglich Kondition und etwas Bergerfahrung gewünscht waren. Nachdem der Pächter der Lindauer Hütte, die als fester Standort vorgesehen war, die Reservierung bestätigte, konnte am Sonntag, dem 18.8.24, mit dem Auto gestartet werden. Nach der langen Schönwetterzeit war leider für diesen Tag besonders im Alpenraum andauernder Starkregen angesagt, der erst mittags nachlassen sollte. Ab Memmingen regnete es auch in Strömen und so warteten wir in der Raststätte Bregenz-Lindau, bis der Regen nachließ. In Latschau fanden wir auf dem gebührenfreien Wanderparkplatz problemlos ein freies Plätzchen für unser Auto. Mit Schirm, Charme und Anorak trotzten wir beim Aufstieg durch das Gauertal dem Regen und kamen gut durchnässt auf der Lindauer Hütte in 1744 m Höhe an. In beiden Trockenräumen fanden wir kaum Platz für unsere nasse Kleidung, jedes Plätzchen war mit triefend nassen Klamotten und Schuhen belegt. So mussten wir unsere Kleidung auf dem Zimmer trocknen.
Die Lindauer Hütte bietet nach der Erweiterung 140 Schlafplätze an, die immer voll belegt waren. Das Frühstück gab es nur von 07.00 bis 08.00 h und hier war immer „Schlangestehen“ und viel Geduld angesagt. Schwierig war es auch, für uns vier einen gemeinsamen Platz zu ergattern.Gegen 08.30 stiegen wir am ersten Tag auf dem gut markierten Rätikon Höhenweg Nord über den Bilkengrat bis kurz vor dem Schwarzhornsattel bei Nebel und Nieselregen auf. Die Tilisuna-Hütte war aber doch noch zu weit entfernt, wir kehrten um. Ein sehr reichliches und schmackhaftes Abendessen und auch ein gutes Bier stärkte uns für die kommenden Tage. An einem großen Bildschirm im Hausflur wurden digital alle relevanten Daten über das Wetter sowie alle notwendigen Informationen über die Hütte und Tourenmöglichkeiten aktuell angezeigt. Ein super Angebot, das von allen genutzt wurde.
Tags drauf legte Bruno einen Ruhetag ein und uns lockte auf dem Weg zur Carschinahütte bei bestem Bergwetter ein Wegweiser „Drei Türme – nicht gesichert und nicht markiert“ auf die gut sichtbaren Steigspuren, um zu dem neuen Ziel der drei Drusentürme (Kleiner Turm 2754 m, Mittlerer Turm 2782 m und Großer Turm 2830 m) abzubiegen. Auf ausgeprägten Steigspuren mit einigen Steinmännchen konnten wir den Weg durch den Sporatobel über große Block- und Schuttfelder zwar mühsam, aber sicher finden. Eine doch angebrachte Seilsicherung im Sporatobel erleichterte und sicherte eine anspruchsvolle Felspassage. bevor die letzten Meter über einen steilen Schutthang und dann über Geröllfelder zum Gipfel des Großen Turmes führten. Bei einer großartigen Rundumsicht genossen wir die Gipfelrast. Konzentration war besonders beim Abstieg erforderlich und wir kamen nach 9 Tourenstunden ziemlich geschafft und müde, aber zufrieden auf der Lindauer Hütte an.
Angesichts der doch recht strapazierten Muskulatur legten wir einen leichten „Entspannungstag“ ein und wanderten entspannt auf das 2291 m hoch gelegene Öfajoch und auf demselben Weg wieder zurück. Eine Einkehr mit Alp-Jause und Most in der Oberen Sporaalpe, die gleich bei der Lindauer Hütte liegt, rundete den Tag ab. Die 2334 m hohe Geißspitze war das Ziel des letzten Tages. Ein heftiger Wind mit stürmischen Böen, die einem immer mal wieder ein wenig aus dem Gleichgewicht brachten, war unser Wegbegleiter. So verzichteten wir am Gipfel auf den Weiterweg über den Geißspitzgrat und gingen direkt wieder zurück, um den Tag bei schönem Sonnenwetter mit einem abschließenden Einkehrschwung in der Oberen Sporaalp und einem gemütlichen Abschluss in der Lindauer Hütte ausklingen zu lassen.
Bei schönem Sommerwetter mussten wir nun am Freitag nach Latschau absteigen und die Heimreise antreten. Leider hatten wir nach vier schönen Tourentagen dann etwas Pech, denn kurz vor Memmingen standen wir zwei Stunden auf der Autobahn im Stau, weil ein Unfall die Autobahn blockierte. Danach kamen wir aber störungsfrei gut und zufrieden nach Hause.
Autor: Christoph Sänger
Fotos: Christoph Sänger, Bruno Kohl
Gute Auslastung der Pforzheimer Hütte 2024
Für das Jahr 2024 können wir sowohl für die Winter als auch die Sommersaison mit der Auslastung zufrieden sein. Die Abläufe unserer Pächter haben sich gefestigt und ihr Stil die Hütte zu betreiben kommt bei Gästen und Tagesgästen gut an.
Zu guten Arbeitsbedingungen trägt sicherlich auch unsere weitgehend störungsfreie Haustechnik bei, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Im und um das Haus wurden auch dieses Jahr wieder verschiedene Arbeiten durchgeführt, so z.B. neue Untergestelle für die Tische im Gastraum und als große Maßnahme die Modernisierung des Frauenwaschraums. Am Haus, der Seibahn und der Talstation wurde das Dach ausgebessert und gestrichen- ebenso der Seilbahnmast und die Ballone/Talstation als Orientierung für den Flugverkehr.
Der wichtige Übergang zum Westfalenhaus (Zischgenscharte) wurde neu Seilversichert und mit Trittstufen versehen, Markierung wurde aufgefrischt und fehlende Schilder wurden bestellt. Leider haben Unwetter auch in diesem Jahr wieder den Versorgungsweg zur Materialseilbahn in Mitleidenschaft gezogen, dass wird uns wohl auch die kommenden Jahre immer wieder begleiten.
Autor: Thomas Thomsen
Fotos: Thomas Thomsen, Bruno Kohl
Radtour Bodensee – Königssee
Daten und Fakten
Gesamt-km: 460 + ca. 40 zusätzliche km (Sightseeing u. Umwege)
Gesamt-Höhenmeter: 3187
Tiefster Punkt: Lindau 395 m
Höchster Punkt: Bei Oy/Mittelberg 1000 m
1. Etappe: Lindau am Bodensee – Bühl am gr. Alpsee 70 km
2. Etappe: Bühl – Morgenbach 101 km
3. Etappe: Morgenbach – Breitenbach am Schliersee 114 km
4. Etappe: Breitenbach – Traunstein 105 km
5. Etappe: Traunstein – Schönau am Königssee 70 km
5. Ausstattung:
– Mountainbike, vollgefedert, 26 Zoll-Felgen, 15 Jahre alt
– Schlafsack, Biwaksack, Isomatte
6. Übernachtungen:
– 2 x Campingplatz (Bühl / Alpsee u. Breitenbach / Schliersee)
– 1 x Landgasthof (Morgenbach)
– 1 x Stadthotel ( Traunstein)
– 1 x Jugendherberge ( Berchtesgaden)
Tag 1: 26. Juli 2024
Bevor ich in den Zug steigen konnte, musste ich zuerst aufs Rad steigen und 12 km zum Hbf Pforzheim radeln. Um 06.40 h ging es dann los über Stuttgart, Wendlingen und Ulm nach Lindau-Reutin. Um 11.00 h endlich raus aus dem Zug und erstmal eine Runde um die Insel Lindau gedreht. Dann den Radweg gesucht und ab in die Berge.
Durch schöne Täler mit teils knackigen Anstiegen und zum Ende leichten Abfahrten war das Etappenziel Großer Alpsee um 17.15 h erreicht.
Tag 2: 27. Juli 2024
Nach kurzer Nacht geht’s um 07.00 h weiter auf gut zu fahrenden landwirtschaftlichen Wegen zum höchsten Punkt der Tour bei Oy am Mittelberg auf 1000 m Höhe.
Immer die Alpen im Blick am Hopfensee vorbei nach Füssen und Schloss Neuschwanstein.
Nachdem ich keinen Campingplatz gefunden habe, konnte ich glücklicherweise ein Zimmer in einem Landgasthof finden.
Tag 3: 28. Juli 2024
Der Tag beginnt mit heftigem Regen. Aber es läuft trotzdem gut, leider wenig Bergpanorama. Am Nachmittag klart es auf. Am Tegernsee vorbei zum Schliersee. In Breitenbach mein Lager auf dem Campingplatz eingerichtet. Wunderschönes Ambiente, nur der Zug stört bis 01.00 h.
Tag 4: 29. Juli 2024
Wieder früh losgefahren und in Bad Feilnbach gemütlich gefrühstückt. Das Wetter spielt wieder mit. Über den Inn bei Neubeuern nach Bernau am Chiemsee.
Weiter geht’s bis nach Traunstein. Dort mal wieder im Hotel übernachtet.
Tag 5: 30. Juli 2024
Letzter Tag auf dem Rad, nur noch 70 km. Nochmal eine wunderschöne Etappe, zunächst flach bis Bad Reichenhall, dann ging’s giftig bergan bis Bischofswiesen. Der Rest war reines Genussradeln.
Ankunft am Königssee, geschafft!
Wieder alle Hotels ausgebucht, also in die Jugendherberge nach Berchtesgaden mit tollem Blick auf den Watzmann!
Am nächsten Morgen runter zum Bahnhof Berchtesgaden und dann bis abends mit 6 x umsteigen wieder nach Hause.
Fazit: es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt.
Autor: Andreas Beigang
Fotos: Andreas Beigang
Die Piz Buin Schwärmer
Die Bergschwärmer auf Hochtour.
Am Freitag den 28. Juni ging‘s auf zum Piz Buin, eine leichte Hochtour in der Silvretta. Die Zweifel waren jedoch groß, denn 14 Tage vorher lag auf der Bieler Höhe noch eine komplette 20 cm starke Schneedecke.
Endlich am Stausee angekommen starteten Diana, Brigitte, Klaus, Rudi und Jörg gemütlichen Schrittes in 3 Stunden zur Wiesbadener Hütte. Einchecken und erstmal die Sonnenterrasse genießen. Nach einer kleinen Stärkung ging‘s noch ein bisschen üben. Dank den Schneeverhältnissen konnten wir unmittelbar hinter der Hütte den T-Anker vergraben und das Steigeisen gehen üben. Auf die lose Rolle hatte keiner mehr Bock.
Am nächsten morgen ging es erst um 7 Uhr los, der Wetterbericht meinte es sehr gut mit uns. Leider lag Diana der ölgetränkte Kaiserschmarren vom Vortag noch immer im Magen, so dass Sie kurz vor der ersten steileren Schneefeldquerung die Segel strich. Plötzlich stiegen auch die Zweifel bei Brigitte und es wurde erst einmal besprochen wer mitgeht und wer zurück zur Hütte läuft. Aber, kein Problem wir haben ja Zeit, die Verhältnisse sind aussergewöhnlich gut, das Wetter spielt mit. Nach einer kurzen Besprechung ging‘s dann mit den restlichen Übriggebliebenen weiter Richtung Gletscher. Beste Firnverhälntnisse erleichterten uns den Aufstieg zum Gletscher. Kurz anseilen, Fotos machen und weiter gehts. Recht zügig überquerten wir den Ochsenthaler Gletscher bis zur Piz Bin Lücke. Wegen Felssturzgefahr vom kleinen Piz Buin machten wir etwas höher im Geröll Pause. Weiter ging es über eine weitere steile Firnflanke, hier war Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Danach folgte eine schöne seilfreie etwa 30-minütige Kraxselei bis zum Gipfel. Alle Zweifel (gell Brigitte) über Bord geworfen, wurden wir mit einer herrlichen Aussicht in die Sesvenna Gruppe, Bernina Gruppe und ins Verwall und… der inneren Zufriedenheit belohnt.
Auf dem Rückweg zog sich Jörg noch eine kleinere Verletzung zu. Bei dem Versuch einen abrutschenden Stein festzuhalten wurde das Beinchen zwischen zwei Steinen eingeklemmt. Zum Glück ist ein Erste Hilfe Set dabei. Wie oft fragt man sich, muß ich das wirklich mittragen? Ja, das ist Pflicht!
Der schnelle Rudi und der schrittstarke Klaus übernahmen die Seilschaft und ruckzuck waren wir wieder zurück auf der Hütte. Dort warteten Diana, der es jetzt besser ging, Andrea und Harry, die über das kleine Rad zu uns gestoßen sind. So, das Bierchen haben wir uns verdient! Sämtliche Versuche das Hüttenpersonal umzustimmen, vielleicht doch eine Möglichkeit zu finden das 1/8 Finale Deutschland gegen Dänemark anzuschauen scheiterten allerdings.
Am nächsten Morgen fast so was wie Ausschlafen… und mit einem deutschen Sieg ließ es sich gemütlich in den Abstieg gehen. Wir entschieden uns für den Panoramaweg. Sehr schöner Weg mit toller Aussicht… leider war auf der Streckenhälfte ein unüberwindbarer tosender Bach. Kurzerhand führte uns Rudi durch die Wildnis steil abwärts zum Fahrweg der Hütte.
Ja, der Piz Buin… ein netter Hochtourenübungsberg, der trotzdem nicht unterschätzt werden sollte.
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Rudi und Diana Wollf, Brigitte Pöder, Klaus Schindel, Jörg Tanneberger
jdav Jugend auf Pf-Hütte
Am 21. Juni brach die Jugend 1 mit Verstärkung aus der Jugend 2 zu einem spannenden Hüttenwochenende auf.
Nachdem das Gepäck verstaut und kontrolliert war und wir uns noch schnell durch Muffins gestärkt hatten, fuhren wir voller Vorfreude los in Richtung Alpen. Nach langer und staureicher Fahrt kamen wir gegen 18 Uhr endlich am Parkplatz in Sankt Sigmund an, von wo wir die letzten Höhenmeter bis zur Hütte auf 2307 m bewältigten. Unser Timing war perfekt, da wir mit dem ersten Donnerschlag die Hütte erreichten. Nach einem schnellen Abendessen machten wir es uns im Matratzenlager gemütlich, um fit für den nächsten Tag zu sein.
Dieser startete um 6.45 mit einem sehr lauten Wecker der Jugendleiter. Nachdem wir uns am Frühstücksbuffet gestärkt hatten, ging es um 8.30 los zur Haidenspitze (2975 m). Unser schmaler Weg führte uns über Bäche, Geröll und Schneefelder stetig nach oben. Wir hatten sogar das Glück, am Wegrand ein Murmeltier zu sehen. Wider Erwarten verzogen sich nach einer Weile die Wolken, was uns einen grandiosen Ausblick auf das Bergpanorama ermöglichte. Doch kurz vor dem Gipfel wurde uns das letzte Schneefeld zu einem großen Hindernis, weshalb wir leider den Rückzug antreten mussten und die geplante Gipfelpause samt „Gipfelfoto“ ein Stück weiter unten stattfand. Das Gipfelkreuz konnten wir aber dank einer Drohne trotzdem sehen. Das Ersatzprogramm war dann für viele das Highlight des Wochenendes: Wir gingen auf ein Schneefeld zum Rutschen. Mit der Zeit wurden wir mutiger und kreativer und hatten eine Menge Spaß und neben dem Rutschen lernten wir auch, wie man im Ernstfall wieder bremsen kann.
Nachdem wir noch den ein oder anderen Handstand im Schnee gemacht hatten und einige sich einen leichten Sonnenbrand geholt hatten, ging es müde und zufrieden zurück zur Hütte. Dort machten wir uns zuerst wieder frisch, einige Mutige im kalten Gebirgsbach, der Rest im Waschraum. Zur Stärkung gab es eine Runde Skiwasser für alle und da „Stabbi“ natürlich nicht fehlen darf, machten wir mitten auf der Terrasse unsere Übungen. Da es dann anfing zu regnen, warteten wir geduldig bei Kartenspielen in der Hütte auf unser wohlverdientes 3-Gänge-Menü. Im Laufe des Abends wurde das Wetter draußen immer schlechter und manche hofften schon, wegen dem Schnee am Montag nicht in die Schule oder zur Arbeit zu müssen.
Diese Hoffnungen wurden am Sonntag zwar enttäuscht, weil dann doch kein Schnee lag, doch konnten wir so noch eine kleine Seentour machen, bevor wir den Abstieg antraten. Angekommen im Tal ging es noch kurz auf einen Abstecher nach Innsbruck. Da für das richtige Ausfahrtsfeeling Pizza und Eis natürlich nicht fehlen dürfen, verspeisten wir dort diese Leckereien, um gestärkt die Heimfahrt anzutreten.
Nach langer Fahrt kamen wir pünktlich zum Deutschland-Spiel wieder in Pforzheim an. Wir sind uns einig, dass es auch ohne Gipfel ein tolles Wochenende war und so haben wir einen Grund, der Pforzheimer Hütte mal wieder einen Besuch abzustatten.
Autor: Florian Fix
Fotos: Florian Fix, Daniel Hofsäß
Apostelgrat, Säuling, Klettern im Gsperr
Die ersten Bergschritte in der Saison fallen noch etwas schwer. Vom Parkplatz zum Säuling Haus, 900 Hm. Unser Jüngster macht Tempo, die Alten kriechen nach.
Nach einer doch ganz guten Hüttennacht machten sich am Freitag früh eine kleine Kraxelfraktion von zwei Bergschwärmern auf zum 12-Apostelgrat, die anderen waren leider krank. Die „Wanderfraktion“ traf sich mit unseren vom Tal aufgestiegenen Nachrückern Andrea, Harry und Didi (Hündin) auf der Hütte. Kurzer Plausch, dann ging’s für Julius, Diana, Brigitte, Andrea und Harry auf zum Gipfelglück. Doch nicht nur wandern…. ein bisschen kraxeln war dann schon auch dabei.
Rudi und Jörg machten sich gutgesichert über den spannenden und schönen Grat. Beiden Gruppen war ein grandioser Ausblick zu den Königsschlössern, den Ammergauer bis hin zu den Lechtaler Alpen garantiert. Ein lustiger Abend bei top Verköstigung auf der Säulinghütte, bevor es am Samstag Richtung Tal nach Reutte ins Hotel mit Dusche und schönem Bettchen ging… ja, man gönnt sich ja sonst nichts. Ähmm, doch… noch eine kleine Kletterpartie im Gsperr am Zwieselbach und… ein Aperol in der sonnendurchfluteten Hotelstube, und… noch einen kleinen Rotweinabsacker im Pianokeller.
Am Sonntag schnelles Splitting der Gruppe nach Gusto. Die Einen auf die Ehrenburg mit Brücke natürlich, die Anderen machten eine nette Planseewanderung und der Andere einen Abstecher auf die Schrofennas. Nachmittags gemeinsam Hoim. Schee war’s!
Autor: Jörg Tanneberger
Fotos: Jörg Tanneberger, Brigitte Pöder, Rudi Wolff